Brose Bamberg unterliegt Madrid in letzter Sekunde

Auch am 19. Spieltag der Turkish Airlines EuroLeague war der Basketballgott kein Bamberger. Vor 8.000 Zuschauern in der ausverkauften ARENA NÜRNBERGER VERSICHERUNG musste sich Brose Bamberg mit 89:91 geschlagen geben. Sergio Llull war es dabei, der 1,1 Sekunden vor Schluss den Siegkorb für den spanischen Meister und neuen Tabellenführer der EuroLeague erzielte. Zuvor sahen die Fans eine Partie, die geprägt war von tollen Offensivaktionen auf beiden Seiten und einmal mehr dem einen oder anderen fragwürdigen Schiedsrichterpfiff – leider nur einseitig. Bei Brose punkteten fünf Spieler zweistellig, allerdings – das Manko an diesem Abend – ließ der deutsche Meister 16 Offensivrebounds zu. Brose Bamberg steht mit jetzt sieben Siegen und zwölf Niederlagen noch immer auf Tabellenplatz elf.

Andrea Trinchieri: „Wir haben gegen eines der besten Teams Europas alles gegeben, haben toll dagegengehalten. Wir hatten die Chance zu gewinnen. Warum wir es nicht taten liegt an zwei Dingen. Wir haben 16 Offensivrebounds hergeschenkt. Aber es gibt noch etwas. Ich bin nicht Obradovic, ich bin nicht Laso, nicht Itoudis. Das sind alles großartige Trainer. Aber ich muss irgendetwas tun, um meine Spieler zu schützen. Sie haben Respekt verdient. Sie arbeiten jeden tag hart, gehen über ihr Limit. Irgendwann reicht es. Es ist ein harter Job Trainer zu sein, es ist ein harter Job Schiedsrichter zu sein. Aber das ist zu viel. Ich kann damit leben, dass ich keinen Kredit bei ihnen habe, aber ich stehe nicht auf dem Feld. Aber ein Foul ist ein Foul. Egal ob bei Moskau, Madrid oder sonst wem. Denn meine Spieler verdienen es. Es ist sehr schwer das alles zu schlucken, wenn es keine Gleichberichtigung gibt.“

 

Den besseren Start in die Partie erwischten die Gäste (0:4, 2.), Brose allerdings fing sich schnell und ging seinerseits nach drei Minuten mit 8:7 erstmals in Führung. Die wechselte bis zum Ende des ersten Viertels mehrmals hin und her, ehe Llull und Fernandez mit zwei Dreiern das 21:25 nach zehn Minuten herstellten. Im zweiten Abschnitt konnte sich Madrid zwischenzeitlich mit sieben Punkten absetzen (25:32, 13.). Aber angetrieben von den Fans in Nürnberg kam Brose aus dem kleinen Loch raus und holte die Führung durch Daniel Theis zurück (36:34, 15.). Madrid aber legte nach. Vor allem Carrolls traf aus der Distanz. Sein dritter Dreier sorgte drei Minuten vor der Halbzeit für das 41:48, Draper machte kurz darauf den zweistelligen Brose-Rückstand perfekt (41:51, 18.). Miller und Melli sorgten in den Schlusssekunden aber dafür, dass es zur Halbzeit nur vier zurück hieß für Brose Bamberg: 47:51. Zweite Halbzeit, gleiches Bild: es war ein Spiel auf Augenhöhe. Mal führte Madrid, Bamberg kam zurück. Mal führte Brose, Madrid kam wieder ran. Patrick Heckmann traf den Buzzerdreier zum 69:70 vor den letzten zehn Minuten. Die waren dann an Spannung nicht zu überbieten. Brose hatte mehrmals die Chance sich etwas abzusetzen, konnte sie aber nicht nutzen. Anders die Gäste, die durch Llull 68 Sekunden vor Schluss mit fünf Punkten in Führung gingen: 82:87. Es folgte eine letzte Minute, die einmal mehr die tolle Moral der Brose-Mannschaft zeigte, die sich weder von dubiosen Schiedsrichterpfiffen (Doppelfoul Melli/Thompkins) noch von Real selbst beindrucken ließen. Im Gegenteil: Nikos Zisis zeigte keinerlei Nerven an der Freiwurflinie, brachte seine Mannschaft wieder ran: 89:89, acht Sekunden vor dem Ende. Diese Zeit nutzte Sergio Llull allerdings, um 1,1 Sekunden vor Schluss mit seinem Korbleger den Dolchstoß ins Bamberger Basketballherz zu setzen. Der letzte Wurf von Janis Strelnieks verfehlte sein Ziel, sodass am Ende eine 89:91-Niederlage auf der Anzeigetafel stand.

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