Bamberg reist zum Brose-Oberfrankenderby nach Bayreuth

Brose Bamberg hat am vorletzten Spieltag der Hauptrunde der easyCredit Basketball Bundesliga die kürzeste Anreise der Saison. Am Freitag (19 Uhr, live auf MagentaSport.de) tritt das Team zum Brose-Oberfrankenderby bei medi bayreuth an.

Die Voraussetzungen sind klar: Brose benötigt aus den verbleibenden zwei Spielen mindestens einen Sieg, um Platz fünf aus eigener Kraft zu sichern. Bayreuth hat nach zuletzt drei Niederlagen in Serie keine Chance mehr auf die Playoffs.

Das Derby ist also das letzte Heimspiel der laufenden Saison für medi bayreuth. Umso mehr wird sich die Mannschaft von Raoul Korner dort nochmals positiv von ihren Fans verabschieden wollen. Nach der Partie gegen Würzburg, die sein Team mit 84:99 verlor, hatte der Bayreuther Head Coach klare Worte gefunden: „Ich bin jetzt seit 20 Jahren Profitrainer und ich habe mich noch nie so für eine Leistung geschämt wie heute. Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, war ein Witz, eine Frechheit. Es spottet jeglicher Beschreibung. Jedes Wort wäre dafür zu wenig. Mir ist es zu tiefst unangenehm. Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken und würde es am liebsten jetzt noch tun. Ich habe höchsten Respekt vor unseren Fans, denn ich wäre in der Halbzeit gegangen, hätte gepfiffen oder etwas geworfen.“ Bester Werfer gegen die s.Oliver Baskets war David Stockton mit 19 Punkten. Mika (12,7), Brooks (12,5) und Robertson (12,2) heißen Bayreuths beste Scorer über die gesamte bisherige BBL-Saison gesehen. Mika greift zudem mit 5,4 im Schnitt die meisten Rebounds, Anderson verteilt mit 4,2 die meisten Assists, dicht gefolgt von Stockton mit 4,1.

Für Brose Bamberg gilt es, das Momentum wieder auf seine Seite zu ziehen. Trotz der Niederlage gegen Oldenburg waren schon positive Ansätze erkennbar, die am Wochenende zuvor beim Final Four noch komplett vermisst wurden. Der Einsatz stimmte von Beginn an, allerdings konnte Brose das Tempo nicht bis zum Ende durchhalten. In den Köpfen der Bamberger Spieler ist sicherlich auch noch das Hinspiel gegen Bayreuth. Dort gelang es den oberfränkischen Nachbarn erstmals seit 21 Jahren wieder in Bamberg zu gewinnen. Am Ende hieß es 84:94 aus Brose-Sicht. Ebenfalls eine Niederlage (75:85) gab es beim letzten Aufeinandertreffen beider Teams in der Oberfrankenhalle. Es braucht eine geschlossene Mannschaftsleistung, vor allem in der Defensive, um zu bestehen. Bayreuth gehört mit 39,9% getroffener Dreier zu einem der heißesten BBL-Teams von jenseits der 6,75m-Linie. Da gilt es anzusetzen. Und Brose muss schnell selbst den offensiven Rhythmus finden. Tyrese Rice hatte seinen gegen Oldenburg ab der ersten Minute. Mit seinen 33 Punkten stellte er nicht nur seinen persönlichen BBL-Rekord ein. Seine neun Dreier bedeuteten zudem Saisonrekord auf nationalem Parkett. Rice ist auch über die bisherige Saison gesehen Broses bester Werfer mit durchschnittlich 16,0 Punkten, gefolgt von Augustine Rubit mit 14,8. Bester Rebounder ist Cliff Alexander mit 5,5 im Schnitt, Rice gibt mit 6,2 die meisten Korbvorlagen.

Federico Perego: „Bayreuth ist eine der am schwersten zu bespielenden Hallen der BBL. Das haben wir nicht zuletzt in der letzten Saison erfahren müssen. Zudem ist es ein Derby und deren letztes Heimspiel. Sie werden hochmotiviert sein. Für uns gilt, dass wir genauso fokussiert in die Partie starten wie gegen Oldenburg. Wir müssen versuchen, unser Energielevel so lange wie möglich hoch zu halten.“

Keine 48 Stunden nach dem Spiel in Bayreuth steht für Bamberg bereits das nächste Derby an. Im Brose-Frankenderby trifft die Mannschaft von Federico Perego im letzten Hauptrundenspiel der Saison auf die s.Oliver Baskets Würzburg.

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