Brose Bamberg benötigt Sieg mit sechs Punkten Differenz zum Halbfinaleinzug

Brose Bamberg trifft im Viertelfinalrückspiel des easyCredit Basketball Bundesliga Final-Turniers 2020 erneut auf die EWE Baskets Oldenburg. Tip-Off ist am Samstag um 16.30 Uhr. MagentaSport überträgt wie gewohnt live und exklusiv.

Die KO-Runde des Final-Turniers wird bekanntlich durch ein Hin- und Rückspiel entschieden. Die Punkte aus beiden Partien werden addiert. Die Mannschaft, die nach zwei Spielen mehr Zähler auf dem Konto hat, kommt eine Runde weiter. Im Hinspiel musste sich Brose am Donnerstagabend mit 81:86 geschlagen geben. Um also ins Halbfinale einzuziehen ist ein Sieg mit mindestens sechs Punkten nötig. Bei einer Niederlage oder einem Erfolg mit bis zu vier Zählern wäre Bamberg ausgeschieden. Sollte Brose nach der regulären Spielzeit mit fünf Punkten vorne liegen, geht die Partie in die Verlängerung.

„Es war ein Spiel der Läufe“. So fasste Oldenburgs Ian Hummer Spiel eins zusammen. Und er hatte vollkommen Recht. Vor allem aus Sicht der Niedersachsen hätte die Partie deutlich höher ausfallen können, waren sie Anfang der zweiten Halbzeit doch bereits mit 17 Punkten weggezogen. „Nachdem wir 17 vorne waren, ist Bamberg bis auf einen Punkt herangekommen und hatte das Momentum. Wir haben aber Charakter gezeigt.“ Vor allem Rickey Paulding (20 Punkte) und Rashid Mahalbasic (19) waren in der entscheidenden Phase immer präsent, erzielten gemeinsam nahezu die Hälfte aller Oldenburger Zähler. Hinzu kam Nathan Boothe mit 15 Zählern, der die Bamberger Abwehr ebenfalls immer wieder vor Probleme stellte. Allerdings leisteten sich die Niedersachsen, die ihren kompletten Kader mit zum Final-Turnier bringen konnten, aktuell aber auf den verletzten Philipp Schwethelm verzichten müssen, auch einige Schwächephasen, die Trainer Mladen Drijencic im Nachgang auch kritisierte: „Mit eigenen Fehlern haben wir den Gegner in die Partie kommen lassen.“ Das soll, wenn es nach Ian Hummer geht, am Samstag nicht noch einmal vorkommen, denn „wir haben (…) Charakter gezeigt. Es war ein guter Teamsieg und guter Einsatz.“

Teamspiel und Einsatz zeigte auch Brose Bamberg. Allerdings nur in der zweiten Halbzeit. Da waren sie also wieder: die zwei Gesichter des Teams. In Hälfte eins war es überwiegend „Ego-Gezocke“, wie es Kapitän Elias Harris im Nachgang ausdrückte. In den zweiten zwanzig Minuten stand dann eine Einheit auf dem Parkett, die den Namen verdiente und genau das tat, was eine Einheit, was ein Team eben tun muss, um erfolgreich zu sein: Einsatz zeigen, Kampf, Leidenschaft, den Ball laufen lassen, den freien Mann suchen und finden, auch einmal aus der Komfortzone hinausgehen. Für den Halbfinaleinzug – und damit den Sieg über Oldenburg mit mindestens sechs Punkten Differenz – wird am Samstag abermals lediglich eine gute Halbzeit nicht ausreichen. Das sieht auch Christian Sengfelder so: „Wir müssen es endlich einmal schaffen, dass wir über 40 Minuten konstant spielen. Es ist ja nicht so, dass wir es nicht könnten. Wir haben eine Menge Talent in der Mannschaft. Allerdings gelingt es uns zu selten, das auch über die gesamte Spielzeit aufs Parkett zu bringen.“ Ein Schlüsselduell wird es wieder auf der großen Position geben. Darauf angesprochen, was er von Harris vs. Mahalbasic am Samstag erwarte, sagte Broses Kapitän mit einem Augenzwinkern bei MagentaSport: „Eine epische Schlacht!“ Doch nicht nur den Österreicher müssen die Bamberger in Schach halten, sie müssen auch Nathan Boothe und Rickey Paulding versuchen bestmöglich aus dem Spiel zu nehmen. Das gelingt nur, wenn das Team ab der ersten Minute bereit ist, auch in der Verteidigung hart zu arbeiten. „Wir haben in allen Spielen gesehen, dass wir nur gut sind, wenn wir gut verteidigen“, so Head Coach Roel Moors, der hofft, dass seine Mannschaft am Samstag nicht wieder zwei Gesichter zeigt. „Wenn wir so auftreten, wie in Halbzeit zwei, dann haben wir gute Chancen auf den Halbfinaleinzug. Aber nur dann!“

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