Brose Bamberg gewinnt in Weißenfels

Brose Bamberg hat am 3. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga beim SYNTAINICS MBC den zweiten Saisonsieg eingefahren. Der 99:96-Erfolg nach Verlängerung war aber ein hartumkämpfter, da es Bamberg einmal mehr verpasste, die Partie frühzeitig zuzumachen. Die Gäste lagen zeitweise zweistellig vorne (76:66, 32.), rund 80 Sekunden vor Schluss noch mit sechs Zählern: 86:80. Starke Dreier der nie aufgebenden Gastgeber und Pech beim letzten Wurf der regulären Spielzeit sorgten jedoch für die Verlängerung. Bester Mann auf dem Parkett war Louis Olinde. Seine 21 Punkte bedeuteten nicht nur den Karrierebestwert, er holte zudem noch zwölf Rebounds, gab vier Assists und blockte zweimal in der entscheidenden Schlussphase den Ball. Neben Olinde stach Paris Lee mit elf Assists aus einer homogenen Mannschaft heraus.

Roel Moors: „Es war ein sehr schwieriges Spiel. Die Hausherren haben Respekt verdient und haben sehr guten Basketball gespielt. Glückwunsch an den Coach. Sie haben zwei sehr gute Aufbauspieler, von denen der Rest der Mannschaft profitiert. Sie sind auch mit der richtigen Energie aufgetreten und haben niemals aufgegeben. Wir haben jedoch auch Charakter gezeigt. Wenn man zum Beispiel auf den spielgewinnenden Moment schaut, als Louis Olinde einen wichtigen Wurfversuch geblockt hat. Phasenweise spielen wir richtig guten Basketball und dann machen wir zwei, drei Fehler und schon ist der Gegner wieder dran. Es war ein taffes Spiel. Ich bin froh, dass wir den Sieg einfahren konnten. Es zeigt uns, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben.“

Den besseren Beginn in die Partie erwischten die Gäste, die schnell mit sieben Punkten vorne lagen (9:2, 3.). Vor allem die Defensive stand zunächst stark. Es dauerte rund vier Minuten, ehe der MBC zum zweiten Korberfolg kam. Der allerdings war der Start eines kleinen Laufs, an dessen Ende Mitte des Viertels nur noch ein Punkt vor für Brose stand: 9:8. Sengfelder traf den Dreier für Bamberg und sorgte damit dafür, dass die Gäste wieder ihrerseits etwas Feuer fingen. Acht Punkte betrug die Führung kurz vor Ende des ersten Abschnitts (22:14, 10.). Mit der Sirene traf Kerusch den Dreier für die Hausherren zum 22:17 nach zehn Minuten. Dass Bamberg „nur“ mit fünf Zählern vorne lag, war auch der miesen Freiwurfquote geschuldet. Nur sechs Treffer bei zwölf Versuchen standen zu Buche.

Zwei MBC-Dreier in Folge waren nach gut zwölf Minuten mit dafür verantwortlich, dass Broses Vorsprung aufgebraucht war: 27:27. Gut zwei Minuten später gab es dann sogar den ersten Rückstand der Partie (30:31, 15.). Brose musste kämpfen. Roel Moors nahm die Auszeit und wurde laut. Seine Spieler verstanden den Coach. Olinde und ein Dreier von Paris Lee holten die Führung 90 Sekunden vor der Pause wieder zurück: 39:38. Die letzten Zähler aber gehörten wieder dem MBC. Zur Halbzeit lag Brose Bamberg mit drei Punkten hinten, stand es 39:42. Und auch die Freiwurfquote wurde nicht besser. Die zwei zugesprochenen in Viertel zwei gingen beide daneben.

Die zweite Halbzeit begann ausgeglichen, die Führung wechselte mehrere Male. Louis Olinde übernahm für Brose jetzt mehr und mehr die Verantwortung. Zwei Dreier von ihm, dazu zwei getroffene Freiwürfe – Bamberg konnte sich wieder leicht absetzen (53:49, 23.). Immer aber, wenn die gut 30 mitgereisten Fans dachten, jetzt läuft’s, kam der MBC wieder auf, teilweise durch wilde Dreipunktwürfe. Doch wer trifft, hat bekanntlich recht und so waren die Mitteldeutschen nach zwei erfolgreichen Distanzwürfen von Warren drei Minuten vor Viertelende wieder im Spiel: 61:60. Vor dem letzten Viertel führten die Gäste, dank eines Dreiers von Weidemann und vier Punkten von Michael Carrera mit 70:64.

Der Beginn des Schlussabschnitts gehörte Brose. McLean und wiederum Carrera schraubten den Bamberger Vorsprung ins zweistellige (76:66, 32.). Wie aber schon in anderen Begegnungen der noch jungen Saison verpassten es die Mannen von Roel Moors in der Folgezeit den Sack zuzumachen. So kam der MBC durch einen 10:0-Lauf wieder zurück ins Spiel und glich Mitte des Abschnitts aus: 76:76. Assem Marei traf in der Folge drei Punkte am Stück, Louis Olinde netzte den Dreier ein. Brose führte 80 Sekunden vor Schluss mit 86:80. Und wieder vergaßen die Bamberger nachzulegen und das Spiel zu entscheiden. Und wieder waren es unglaubliche Dreier des MBC, die die Partie mit 88:88 in die Verlängerung schickten, da der letzte Ball von Louis Olinde zwar auf dem Ring tanzte, aber nicht durch das Netz fiel.

In der Overtime war es zunächst Paris Lee, der punktete, ehe Olinde seinen nächsten Dreier traf. Zwei Freiwürfe von Marei sorgten zwei Minuten vor Schluss für die Sieben-Punkte-Führung: 95:88. Doch der MBC kämpfte sich abermals ran, abermals durch Dreier von Gbinije und Warren. Zwei Blocks von Louis Olinde zur richtigen Zeit und am Ende dann doch der verworfene Dreier von Micovic mit der Schlusssirene sorgten für den letztendlich verdienten 99:96-Erfolg Brose Bambergs.

Brose Bamberg:

Lee 9, Weidemann 4, K. Taylor 12, Stuckey 2, Font dnp, McLean 10, Olinde 21, Harris 6, Carrera 8, Sengfelder 9, B. Taylor, Marei 18

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