Brose Bamberg unterliegt in Crailsheim

Brose Bamberg musste sich am 15. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga im ersten Spiel des neuen Jahres bei den HAKRO Merlins Crailsheim mit 69:73 geschlagen geben. Zwar gewann Brose das Rebound- (42/36, 13 davon offensiv) und Assistduell (21/18), die daraus resultierenden Chancen aber ließen die Gäste oftmals ungenutzt. Zudem sorgten einmal mehr schlechte Wurfquoten – vor allem von der Freiwurflinie (8/16) – für den am Ende verdienten Sieg der Gastgeber. Beste Bamberger Werfer waren Louis Olinde und Tre’ McLean mit jeweils elf Punkten.

Roel Moors: „Glückwunsch an Crailsheim zu einem verdienten Sieg. Das einzig Positive, was ich über meine Mannschaft sagen kann, ist, dass wir am Ende eine Chance hatten auszugleichen. Wir hatten nicht verdient in dieser Position zu sein. Crailsheim hat mit viel Enthusiasmus gespielt und hat bekommen, was sie verdienen. Damit meine ich nicht nur das Spiel, sondern die ganze Saison. Wenn du mit Enthusiasmus und mit Freude spielst, dann kann viel passieren. Ich habe das heute von meiner Mannschaft vermisst. Wir waren in der ersten Halbzeit defensiv nicht bereit. Wir haben zu viele einfache Punkte zugelassen. Zur Pause hatten wir nur neun Assists. Wir haben zu eigensinnigen Basketball gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir ein respektables Gesicht gezeigt und hatten eine kleine Chance. Am Ende aber war es eine verdiente Niederlage.“

Die Hausherren waren von Beginn an hellwach, trafen schnell zwei Distanzwürfe und lagen nach gut dreieinhalb Minuten mit sechs Punkten vorne: 2:8. Ein Dreier von Christian Sengfelder beendete die gut vier Minuten andauernde korblose Bamberger Zeit, auf der Gegenseite trafen aber zunächst Jones, anschließend noch Morgan aus der Distanz (5:13, 5.). Dieser Acht-Zähler-Rückstand war eine Art kleiner Hallo-Wach-Effekt, denn fortan war Brose präsenter in der Verteidigung und aktiver unter dem Korb. Marei, Sengfelder, fünf McLean-Punkte und zwei Weidemann-Freiwürfe sorgten bis Ende des Viertels nicht nur für einen 11:0-Lauf, sondern auch für die Führung nach zehn Minuten: 16:13.

Vier Punkte vom agilen Jeremy Morgan brachten die Gäste jedoch gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts wieder in Rückstand (16:17, 11.). Die Führung wechselte nun mehrmals die Seiten. Mitte des Viertels traf Kameron Taylor den Dreier für Bamberg, postwendend gab es aber die Antwort von Russell, ebenfalls in Form eines Distanzwurfes: 25:27. Es blieb eine umkämpfte Partie. Bei Brose wollten einmal mehr einige freie Würfe nicht fallen, was Crailsheim offensiv ausnutzen und auf acht Punkte davonziehen konnte (30:38, 19.). Sieben Zähler betrug Bambergs Rückstand zur Pause: 33:40. Vor allem beim Rebound (14/20) waren die Gäste oftmals zu nachlässig, wodurch Crailsheim immer wieder zu zweiten Chancen und dadurch zu zehn Punkten kam.

Nelson Weidemann war in der ersten Halbzeit umgeknickt und musste in der Kabine bzw. hinter der Bank Platz nehmen. Von dort sah er, wie Louis Olinde zu Beginn des dritten Viertels für Brose traf, musste dann aber registrieren, wie Crailsheim mit einem 6:0-Run erstmals dafür sorgte, dass Bamberg zweistellig hinten lag (35:46, 23.). Brose versuchte vieles, agierte aber oftmals zu fahrig, zu verkrampft, zu kompliziert. Und die Gäste ließen abermals viele Punkte an der Freiwurflinie liegen. Bis Ende des dritten Viertels waren es bereits sieben (7/14). Und dennoch: Bamberg gab sich nicht auf, kämpfte sich zurück in die Partie. In den letzten drei Minuten standen sie defensiv wieder kompakter, griffen beherzter beim Rebound zu. Aus dieser Kompaktheit ergaben sich gute Offensivaktionen, die für einen 8:0-Lauf sorgten und Brose nach 30 Minuten wieder auf drei Punkte ranbrachte: 51:54.

Darion Atkins verkürzte gleich mit dem ersten Wurf des Schlussabschnitts den Rückstand auf einen Zähler: 53:54. Abermals verpasste es Brose aber das Momentum auszunutzen, vergab wieder leichte Würfe und musste folgerichtig wieder einen Lauf der Hausherren hinnehmen (56:68, 37.). Das Spiel war entschieden – dachten alle. Doch wie aus dem Nichts kam wieder Hoffnung für die Bamberger und ihre gut 100 mitgereisten Fans auf. Vier Punkte von Darion Atkins, dazu jeweils ein Dreier von Louis Olinde und Christian Sengfelder – Brose war eine Minute vor Ende der Partie wieder auf drei Zähler dran: 66:69. Bamberg versuchte alles, war aber einmal mehr in der einen oder anderen Situation zu hektisch beim Abschluss, zu unkonstant von der Freiwurflinie. Und Crailsheim spielte clever. Am Ende hieß es 69:73 aus Bamberger Sicht. Durch die Niederlage rutscht Brose aktuell auf Platz acht der Tabelle.

Brose Bamberg:

Lee 1, Weidemann 2, K. Taylor 9, McLean 11, Olinde 11, Seric dnp, Harris 8, Obasohan 1, B. Taylor, Marei 9, Atkins 9

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