Brose Bamberg verliert in Ludwigsburg

Brose Bamberg musste sich am 29. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga bei den MHP RIESEN Ludwigsburg mit 95:96 geschlagen geben. Dabei war die erste Halbzeit komplett eine zum Vergessen (39:58). Erst im dritten Viertel entwickelte Brose Kampfgeist und Leidenschaft. Das sorgte dafür, dass Bamberg knapp sechs Minuten vor Schluss beim 83:82 wieder in Führung gehen konnte. Am Ende aber waren 21 Ballverluste und 17 erlaubte Offensivrebounds zu viel, auch wenn Tyrese Rice in den letzten Minuten heiß lief. Seine 30 Punkte, darunter sieben Dreier, reichten jedoch nicht, da Crawford in der letzten Sekunde einen Freiwurf zum Endstand verwandelte.

Federico Perego: „Gratulation an John Patrick und seine Mannschaft. Sie hatten über die gesamte Zeit eine unglaubliche Energie und daher auch verdient gewonnen. 21 Ballverluste und 17 Ludwigsburger Offensivrebounds haben das Spiel entschieden. Wir hatten ein richtig schlechtes zweites Viertel, das uns in Summe die Partie gekostet hat. Allerdings haben wir große Persönlichkeiten und Menschen in unserer Mannschaft – abseits ihrer spielerischen Fähigkeiten –, die sich aus dem Schlamassel rausgezogen haben. Wir arbeiten seit vier Monaten extrem hart und die Jungs machen einen tollen Job. Am Ende waren es heute Kleinigkeiten, die mal uns, mal die anderen bevorteilten. Wir schauen nach vorne. Wir haben jetzt noch zwei Spiele, dann kommt das Final Four. Für uns ändert sich nichts. Wir arbeiten weiter an unseren Fehlern und die Mannschaft wird im richtigen Moment da sein.“

Bereits im ersten Viertel deutete sich an, dass es bei beiden Mannschaften vor allem offensiv laufen würde. Brose hatte dabei den besseren Start, lag nach einem Olinde-Dreier mit fünf Punkten vorne (10:5, 3.). Dann aber lief auch die Ludwigsburger Maschinerie an, immer wieder angetrieben von Owen Klassen. Nach fünf Minuten wechselte die Führung, lagen die Hausherren mit einem vorne: 12:13. Die Gastgeber trafen in der Folgezeit zwei Dreier durch Crawford, was bedeutete, dass Brose mit einem Fünf-Punkte-Rückstand in die erste Viertelpause ging: 22:27.

Der zweite Abschnitt war dann einer zum kompletten Vergessen für Mannschaft und Fans. Nichts ging mehr zusammen, vor allem defensiv waren die Bamberger ihrem Gegner hoffnungslos unterlegen. Die Folge: Ludwigsburg zog davon. Als Beweis für die Stärke der Hausherren sei nur eine Zahl herangezogen: Owen Klassen hatte bereits zur Pause ein Double-Double (21 Punkten/10 Rebounds) auf dem Konto. Brose auf seinem 13 Ballverluste und 13 erlaubte Offensivrebounds für die Gastgeber. Daher lagen die Gäste folgerichtig mit 19 Punkten zur Halbzeit im Rückstand, stand es 39:58.

In der Pause hatte Federico Perego die richtigen Worte gefunden, denn auf dem Spielfeld stand plötzlich eine wie ausgewechselt auftretende Bamberger Mannschaft: Einsatz, Kampf, Leidenschaft – all das war plötzlich da. Brose begann das 3. Viertel mit einem 9:0-Lauf, die Körpersprache auf und abseits des Parketts stimmte und sagte: wir kommen zurück. Und so war es auch. Ein weiterer 10:0-Run brachte die Gäste 90 Sekunden vor Viertelende wieder in Schlagdistanz und auf vier Punkte ran: 67:71. Jallow traf für Ludwigsburg ein paar wilde Würfe, so dass es sieben Punkte Rückstand vor dem Schlussabschnitt waren: 70:77.

Brose aber war jetzt da, war jetzt fokussiert. Tyrese Rice nahm das Spiel nun in die Hand, traf einen Dreier nach dem anderen - am Ende sieben - und brachte seine Mannschaft weiter ran. Dreier Rice, Dreier Hickman, Zweier Rubit war die Kombination, die die mitgereisten Brose-Fans knapp sechs Minuten vor Schluss die erste Führung seit der Anfangsphase bejubeln ließ: 83:82. Es folgte eine dramatische Schlussphase, in der Ludwigsburg immer wieder vorlegte, Bamberg immer wieder rankam. 1,4 Sekunden waren beim Stand von 95:95 noch zu spielen, als Hickman ein Foul begangen haben soll. Es gab Freiwürfe für Crawford, der den ersten traf, den zweiten absichtlich verwarf und damit die 95:96-Niederlage von Brose Bamberg besiegelte.

Brose Bamberg:

Hickman 13, Rice 30, Zisis 6, Stuckey, Schmidt, Olinde 7, Harris 18, Rubit 4, Alexander 5, Heckmann 5, Taylor 7, Kulboka

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