Brose Bamberg will Serie in Bonn ausbauen

Brose Bamberg reist am 7. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga ins Rheinland zu den Telekom Baskets Bonn. Die Partie des Tabellenvierten beim -elften beginnt am Sonntag um 18 Uhr. MagentaSport überträgt das „Courtside Live“-Spiel wie gewohnt auf seinen Kanälen live und exklusiv.

Dass die tollen Tage in Bonn nicht schon einen Tag früher beginnen als vorgesehen, dafür will Brose Bamberg sorgen – und die Statistik ist auf Seiten der Oberfranken. 49 Siegen stehen bislang nämlich nur 27 Niederlagen gegenüber. Und auch, wenn in Bonn die Bilanz knapper ist, ist sie dennoch positiv. In bislang 38 Partien verließ Brose 21 Mal als Sieger das Parkett. Auch beim Blick auf die Werte der laufenden Saison spricht vieles für Bamberg. Der Gast erzielte bislang mehr Punkte (88,7/80,5). Die 54,4% Feldwurfquote (46,8% bei Bonn) ist sowieso ligaweiter Spitzenwert. Auch die Dreierquote geht mit 42,2%/37,6% zugunsten Bambergs. Brose holte durchschnittlich auch mehr Rebounds (35,5/32,8) und verteilte mehr Assists (21,5/18). Lediglich von der Freiwurflinie sind die Bonner bisher treffsicherer (71,8%/74%). Und dennoch, dass es kein leichtes Unterfangen wird, ist allen Beteiligten klar, denn der letzte Bamberger Erfolg im Bonner Telekom Dome datiert vom 8. Januar 2017. Seitdem gab es zwei Spiele und zwei Niederlagen, eine davon richtig unschön mit 69:106.

Die bisherige Saison der Telekom Baskets Bonn verläuft einigermaßen achterbahnmäßig. Dem Auftakterfolg in der BBL folgten zwei Niederlagen, ehe die Bonner Bayern München in deren Halle aus dem Pokal kegelten. Zuletzt verloren sie in Vechta. International läuft es zweigleisig. Während die beiden Heimspiele in der Basketball Champions League bislang erfolgreich bestritten wurden, setzte es auswärts in Brindisi eine knappe Buzzerbeater-Niederlage, unter der Woche nun kam Bonn in Ungarn bei Szombathely mit 59:91 unter die Räder. Zwar punkteten Simons (13), Jones (11) und Breunig (10) zweistellig, insgesamt kam jedoch zu wenig vom Team des Neutrainers Thomas Päch. Gegen Brose hat die Mannschaft – zumal vor eigenen Fans – daher etwas gut zu machen. Und dass sich die Bonner nach einer herben Niederlage schütteln und ein anderes Gesicht zeigen können, haben sie nicht zuletzt beim Pokalachtelfinalsieg in München bewiesen. Vor diesem hatten sie keine 48 Stunden zuvor Zuhause gegen Crailsheim mit 82:114 den Kürzeren gezogen. Anders als in Szombathely wird Johannes Lischka gegen Bamberg wohl wieder mit dabei sein. Der 30-Jährige wurde vergangene Woche Papa – herzlichen Glückwunsch! Bester Werfer in den bisherigen vier BBL-Spielen (Bonn startete aufgrund der BCL-Qualifikation erst später) ist Branden Frazier mit durchschnittlich 13 Punkten. Stephen Zimmerman greift im Schnitt 4,8 Rebounds, Tony DiLeo verteilt vier Assists.

Brose Bamberg reist mit wettbewerbsübergreifend vier Siegen im Gepäck ins Rheinland. Zuletzt gab es einen 81:76-Erfolg über Mornar Bar. Dabei zeigte sich einmal mehr die Bamberger Stärke dieser Saison. Brose sicherte sich insgesamt 47 Rebounds. Wichtiger noch, 17 davon am offensiven Brett. Die Einstellung auf beiden Seiten des Feldes unter dem Korb stimmt also. Und noch etwas ist bemerkenswert: es übernimmt immer ein anderer Spieler in den entscheidenden Phasen. Gegen die Montenegriner war es zunächst Assem Marei, der das Team in den ersten drei Vierteln trug, im Schlussabschnitt spielte Elias Harris groß auf, erzielte da alleine zehn seiner am Ende zwölf Punkte, und sicherte so den Bamberger Sieg. Beste Werfer in der BBL aber sind andere – auch das zeigt die Versatilität des Kaders: Kameron Taylor erzielte bislang im Schnitt 13,2 Punkte, gefolgt von Assem Marei (12) und Christian Sengfelder (10,3). Bester Rebounder ist Louis Olinde mit durchschnittlich sieben, Paris Lee verteilt mit 7,5 die meisten direkten Korbvorlagen. Und noch eine Zahl ist interessant: Brose nimmt mit 20,2 pro Spiel die wenigsten Dreier der Liga. Dafür sind die aber gut herausgespielt, denn nahezu jeder zweite Wurf von jenseits der 6,75m-Linie findet den Weg in den Korb.

Roel Moors: „Bonn spielt mit einer großen Rotation, mindestens zehn Spieler bekommen 16 Minuten und mehr. Wir können uns daher nicht auf einen oder zwei fokussieren, sondern müssen die gesamte Mannschaft im Blick haben. Zudem spielen sie sehr schnellen Basketball. Darauf haben wir uns vorbereitet. Alles in allem aber gilt wie immer, dass der Blick zuerst auf uns geht. Wir müssen versuchen ihnen unser Spiel aufzuzwingen.“

Knapp 230 Kilometer sind es von Bonn nach Antwerpen. Das nutzen nicht nur drei belgische Medien, um über Brose zu berichten, sondern auch das eine oder andere Familienmitglied bzw. der eine oder andere Freund unserer „Belgium Connection“. Daher ist es für Roel Moors, Thomas Crab, Leo De Rycke, Paris Lee und Retin Obasohan sicherlich noch einmal etwas besonderer in Bonn aufzulaufen bzw. an der Seitenlinie zu stehen.

Retin Obasohan: „Ich lerne immer noch jeden Tag, komme aber jeden Tag besser ins Spiel, ins System. Bonn war schon vor zwei Jahren, als ich in Deutschland gespielt habe, eine harte Nuss. Sie spielen ihren eigenen Stil, sind sehr variabel. Dafür müssen wir bereit sein.“

Zurück aus Bonn gibt es am Montagnachmittag eine regenerative Trainingseinheit. Am Dienstagmorgen um kurz nach sechs ist dann bereits wieder Abfahrt Richtung Flughafen. Von Frankfurt aus geht es nach Riga, wo am Mittwoch um 18 Uhr deutscher Zeit das nächste BCL-Auswärtsspiel ansteht.

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