Brose Baskets bezwingen Ulm nach Verlängerung

Die Brose Baskets haben sich in einem tollen 2. Finale mit 92:90 nach Verlängerung bei ratiopharm ulm durchgesetzt, führen in der Best-of-Five-Serie damit 2:0 und haben nun drei Matchbälle, um den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Es war allerdings ein hartes Stück Arbeit für den deutschen Meister, der gut begann (28:21 nach dem ersten Viertel), aber einen rabenschwarzen zweiten Abschnitt erwischte. Bis zur Halbzeit gelangen den Bambergern nur elf Punkte, Ulm erzielte 22 und ging mit einer Vier-Punkte-Führung in die Kabine (43:39). Die zweite Halbzeit war eine Finale auf Augenhöhe, in dem beide Mannschaften vor allem von jenseits der Dreierlinie zu überzeugen wussten. Ulm traf 56,5%, Brose 55,5%. Eine Minute vor Ende führten die Gastgeber mit drei, Zisis aber traf den Distanzwurf zur Verlängerung. Dort sah es zu Beginn danach aus, dass sich Brose absetzen kann. Aber Ulm gab sich nie auf, kam zurück. Elf Sekunden vor Schluss war es Brad Wanamaker, der den entschei-denden Korb erzielte. Der Kapitän war mit 23 Punkten auch erfolgreichster Werfer.

Andrea Trinchieri: „Gratulation an Ulm – sie haben heute eine außergewöhnliche Leistung gezeigt. Es war ein unglaublicher Kampf und Werbung für den Basketball-Sport. Wir haben exzellent begonnen, dann aber unseren Rhythmus verloren. In dieser Phase haben wir den Ball nicht gut bewegt. Das Ende des zweiten Viertels war ein Albtraum für uns. Das dritte Viertel haben wir dann wieder besser begonnen, allerdings erneut Fehler gemacht – so kam Ulm zurück ins Spiel. Die Overtime war dann ein angemessenes Ende für dieses Spiel. Ulm verdient unseren größten Respekt. Sie haben großartig gespielt. Und nichts anderes erwarte ich auch am Sonntag.“

Broses Head Coach änderte seine Starting Five im Vergleich zu Spiel eins gleich auf drei Positionen: neben Brad Wanamaker und Nicolò Melli standen Nikos Zisis, Darius Miller und Leon Radosevic für den deutschen Meister von Anfang an auf dem Parkett. Babb eröffnete die Partie für Ulm, Radosevic glich für die Gäste aus, ehe Günther den ersten Dreier der Partie auspackte (5:2, 3.). Braun und Morgan legten für die Hausherren nach, Zisis und Miller trafen auf der Gegenseite jeweils einen Dreier: 9:8, nach vier gespielten Minuten. Die erste Brose-Führung besorgte kurz darauf Nicolò Melli per Korbleger (9:10, 5.). Mitte des Viertels stand es nach einem Butler-Dreier und zwei Melli-Punkten ausgeglichen 12:12. Es blieb ein Abschnitt auf Augenhöhe. Ein Miller-Dreier wurde von einem Günther-Dreier egalisiert; Wanamaker traf drei Minuten vor der Halbzeit das AND1 zum 17:20. Zwei Melli-Freiwürfe und ein Strelnieks-Dreier brachten die bis dato höchste Gäste-Führung (17:25, 8.). Zur Pause führte der deutsche Meister noch mit sieben Zählern, stand es 21:28.

Die zweiten zehn Minuten begannen mit einem Dreier von Nicolò Melli, der damit erstmals eine zweistellige Führung für die Brose Baskets herausschoss (21:31, 11.). Henry traf auf der Gegenseite den Distanzwurf für Ulm, Butler den Korbleger: 26:31 nach zweieinhalb gespielten Minuten im zweiten Abschnitt. Bei den Gästen lief offensiv jetzt weniger zusammen. Es dauerte bis zur Viertelmitte, ehe Nicolò Melli seinen zweiten Dreier platzieren und damit den 5:0-Lauf der Ulmer stoppen konnte: 26:34. Ein weiterer 6:0-Run brachte die Hausherren wieder auf zwei Zähler ran (32:34, 16.). Butler war es, der zwei Minuten vor der Pause die Führung für die Gastgeber per Dreier zurückholte: 37:36. Und die Ulmer konnten den Vorsprung – auch Dank Butler – bis zum Seitenwechsel weiter ausbauen. Mit 43:39 ging es in die Kabinen. Bester Werfer der Brose Baskets bisher war Nicolò Melli mit 14 Punkten. Bei den Gästen standen aber auch schon neun Ballverluste zu Buche.

Darius Miller traf zu Beginn der zweiten Halbzeit seinen Dreier Nummer drei und brachte die Brose Baskets wieder auf einen Zähler ran, Zisis packte ebenfalls seinen dritten Dreier hintendrauf und holte die Führung zurück auf Bamberger Seite (43:45, 22.). Morgan erzielte die ersten Punkte für Ulm in Halbzeit zwei, Wanamaker legte den nächsten Brose-Dreier auf, bevor Radosevic nach drei Minuten im dritten Viertel das AND1 zum 45:51 versenkte. Morgan und ein Babb-Dreier brachten Ulm aber wieder zurück (50:51, 24.). Mitte des Abschnitts sorgten Wanamaker und Theis wieder für einen Fünf-Punkte-Vorsprung: 50:55. Es fielen weiter die Dreier: Butler für Ulm, Wanamaker für Brose. Und der Kapitän legte per Korbleger seine Punkte 13 und 14 hinterher (54:60, 27.). Auf der Gegenseite traf Butler seinen fünften Dreier, Günther den Halbdistanzwurf (59:60, 28.). Morgan holte mit zwei Freiwürfen 105 Sekunden vor Viertelende die Führung beim 61:60 wieder für sein Team zurück. Ausgeglichen ging es ins letzte Viertel: 65:65.

Rubit eröffnete den Schlussabschnitt für Ulm, Strelnieks konterte per Dreier (67:68, 31.). Zwei Minuten waren im letzten Viertel absolviert, als Per Günther mit seinem dritten Dreier den erneuten Ausgleich herstellte, Rubit besorgte per Korbleger zum 72:70 die erneute Ulmer Führung, die Daniel Theis kurz darauf per Freiwürfe egalisierte (72:72, 34.). Rubit traf den Dreier für die Hausherren, Strelnieks den Korbleger auf der anderen Seite. Fünf Minuten vor Schluss führte Ulm mit 75:74. Es blieb ein hartumkämpftes Spiel, in dem jetzt beide Mannschaften keine leichten Körbe mehr zuließen. Morgan brachte die Ulmer zwei Minuten vor Ende mit fünf Punkten in Front, Wanamaker scorte im direkten Gegenzug den Dreier und glich 81 Sekunden vor Ende zum 79:79 aus. Noch eine Minute war auf der Uhr, als Henry den Dreier traf, den Zisis aber wiederum für Brose ausglich (82:82, 40.). Weder Ulm noch Bamberg konnten ihren letzten Versuch verwerten, so dass es in die Verlängerung ging.

In der Overtime erzielte Melli die ersten Brose-Punkte, Theis räumte Günther ab, Zisis legte einen Freiwurf nach (82:85, 42.). Daniel Theis ließ es krachen, ehe Günther nach drei Minuten die ersten Ulmer Verlängerungspunkte erzielte: 84:87. Babb trifft anschließend zwei Freiwürfe, Heckmann nur einen, im nächsten Angriff wiederum Babb, diesmal mit dem Dreier: 90:90, 29 Sekunden vor Schluss. Elf Sekunden waren noch auf der Uhr, als Brad Wanamaker dann den entscheidenden Korb für die Brose Baskets erzielte, die das Spiel mit 90:92 über die Bühne brachten, nachdem die Dreierversuche von Butler und Günther ihr Ziel verfehlten.

ratiopharm ulm:

Günther 20, Ferner, Morgan 10, Alte dnp, Henry 14, Butler 19, Babb 12, Rubit 10, Rohwer dnp, Braun 4, Krämer dnp

Brose Baskets:

Melli 16, Zisis 15, Staiger, Theis 6, Wanamaker 23, Strelnieks 10, Obst dnp, Harris, Miller 9, Heckmann 4, Idbihi dnp, Radosevic 9

Foto: Florian Achberger

 

 

 

 

 

 

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