Brose Baskets mit Auswärtssieg in München

Die Brose Baskets zeigten Moral und gewannen – nach zwischenzeitlich 17 Punkten Rückstand – nach Verlängerung gegen den FC Bayern München Basketball mit 97:90. Es war ein Spiel der Führungswechsel und Comebacks. Die Münchner lagen Mitte des zweiten Viertels mit elf Punkten vorne, Brose kam zurück und es ging mit 41:41 in die Halbzeitpause. Was folgte war ein offensiv katastrophales drittes Viertel der Bamberger. Die Hausherren gewannen Abschnitt drei mit 27:13. Die letzten Minuten aber, die gehörten dem deutschen Meister. Brad Wanamaker und Patrick Heckmann führten ihre Mannschaft zu einem 29:15 in den letzten zehn Minuten. Dabei lagen die Brose Baskets kurz vor Schluss sogar in Führung, aber Kleber sorgte 0,6 Sekunden vor Ende für die Verlängerung. Dort waren die Gäste vor allem sicher von der Freiwurflinie und gewannen mit 97:90. Beste Werfer bei den Brose Baskets waren Brad Wanamaker (29) und Patrick Heckmann (20).

Andrea Trinchieri: „Das Spiel war sehr schön anzuschauen. Es gab viele Comebacks. Wir mussten sehr hart arbeiten, um einen Weg zu finden, das Spiel zu unseren Gunsten zu drehen. Wir haben nicht aufgegeben und viel Charakter bewiesen, insbesondere in der Verlängerung. Jetzt haben wir vier Siege Vorsprung und den Heimvorteil für die gesamten Playoffs, das war immer unser Ziel.“

Brad Wanamaker, Janis Strelnieks, Patrick Heckmann, Nicolò Melli und Leon Radosevic hießen die ersten fünf Spieler, denen Broses Head Coach zu Beginn sein Vertrauen schenkte. Bambergs Kapitän erzielte die ersten Punkte der Partie, Cobbs glich aus, Melli mit dem AND1 (2:5, 1.). Es waren gute Anfangsminuten des Meisters, der durch einen Wanamaker-Dreier nach zwei Minuten mit 2:8 vorne lag. John Bryant hielt für den FC Bayern München dagegen. Vier Punkte von ihm bei zwei Zählern von Strelnieks und zwei Freiwürfen von Wanamaker sorgten Mitte des Viertels für eine Sechs-Punkte-Führung für Brose: 6:12. Dedovic, Renfroe und ein Kleber-Dreier holten die Führung kurz darauf aber erstmals auf Seite der Hausherren (13:12, 6.). Miller beendete den 7:0-Run ebenfalls per Dreier, Kleber legte das AND1 für München nach (16:15, 7.). Die Führung wechselte hin und her. Daniel Theis packte 90 Sekunden vor Viertelende den Dreier aus, die Gastgeber trafen Freiwürfe. Nach zehn Minuten stand es unentschieden: 20:20.

Bryce Taylor eröffnete Viertel Nummer zwei mit vier Punkten in Folge (24:20, 11.). Renfroe traf den Korbleger, Savanovic in der Folgezeit den Dreier und zwei Freiwürfe zu einem zwischenzeitlichen 11:0-Run der Münchner (31:20, 15.). Die Brose Baskets taten sich offensiv schwer. Es dauerte über fünf Minuten, ehe Brad Wanamaker die ersten Zähler der Bamberger im zweiten Abschnitt erzielen konnte: per Freiwurf war er zum 31:22 erfolgreich. Die ersten Feldpunkte besorgte ebenfalls der Kapitän. Sein Dreier bedeutete das 34:25 und war zeitgleich auch eine Art Hallo-Wach-Effekt für den deutschen Meister. Drei Minuten vor der Pause waren die Brose Baskets nach zwei weiteren erfolgreichen Wanamaker-Freiwürfen wieder auf fünf Punkte dran, hieß es 36:31. Und weiter jetzt die Brose Baskets. Dreier von Patrick Heckmann und Darius Miller sorgten eine Minute vor der Halbzeit für den 38:38-Ausgleich. Auch nach 20 Minuten blieb es ausgeglichen. Beim Stand von 41:41 ging es in die Kabinen. Bester Werfer bisher war Brad Wanamaker mit 16 Punkten; der Brose-Kapitän bislang auch noch ohne jeden Fehlwurf.

Darius Miller hieß der erste erfolgreiche Scorer für die Brose Baskets, Renfroe traf den Dreier für München (44:43, 21.). Die Bayern nun mit dem Momentum: Bryant zuerst mit dem Korblegern kurz darauf mit dem Dreier: 49:43 nach drei gespielten Minuten im dritten Viertel. Miller antwortete eiskalt aus der Halbdistanz, Wanamaker mit dem AND1 (49:48, 24.). Es folgten drei Dreier für die Hausherren in Folge: Renfroe und zweimal Savanovic brachten die Hausherren Mitte des Viertels wieder zweistellig in Führung: 58:48. Patrick Heckmann stoppte den Bayern-Lauf ebenfalls durch einen Dreier (58:51, 27.). Dennoch, es war bislang nicht der Abschnitt der Bamberger Offensive. 70 Sekunden vor Ende gelangen den Gästen gerade einmal zehn Punkte. Und in der Verteidigung machten es die Schützlinge von Andrea Trinchieri ihren Gegenspielern oftmals viel zu einfach. Viertel Nummer drei ging mit 27:13 an den FC Bayern München, der beim 68:54 mit 14 Punkten vor dem Schlussabschnitt vorne lag.

Patrick Heckmann eröffnete die letzten zehn Minuten mit vier Punkten in Serie (68:58, 31.). Harris sorgte kurz darauf dafür, dass die Brose Baskets wieder in den einstelligen Rückstandsbereich rutschten: 68:60, knapp acht Minuten waren da im Audi Dome noch zu gehen. Diesmal brauchte München rund vier Minuten, bis sie zum ersten Korberfolg kamen. Savanovic’ Korbleger wurde jedoch im Gegenzug von zwei Heckmann-Freiwürfen egalisiert (70:64, 34.). Dedovic zeigte sich vom Bamberger Lauf unbeeindruckt und traf den Dreier Mitte des Viertels zum 73:64. Harris konterte ebenfalls für drei, Wanamaker war mit zwei Freiwürfen erfolgreich. Die Brose Baskets waren wieder auf vier Punkte dran (73:69, 36.). Und weiter Bamberg, weiter Brad Wanamaker. Der Kapitän legte fünf Punkte nach und verkürzte den Rückstand drei Minuten vor dem Ende auf nur noch einen Zähler: 75:74. Patrick Heckmann traf per Dreier nach zwei erfolgreichen Bryant-Freiwürfen kurz darauf zum Ausgleich (77:77, 37.). 75 Sekunden waren noch auf der Uhr, als – natürlich – der Kapitän, als Brad Wanamaker mit seinen Punkten 27 und 28 seine Mannschaft erstmals seit langem wieder in Führung schoss: 79:81. Taylor traf zwei Freiwürfe für München, Heckmann einen für die Brose Baskets. 0,6 Sekunden vor Ende war es Maxi Kleber, der für die Hausherren mit einem Tip-In die Verlängerung erzwang. Nach spannenden 40 Minuten stand es 83:83.

In der Overtime war es Nicolò Melli, der die ersten Zähler erzielen konnte, Zisis legte per Dreier nach (83:88, 42.). Am Ende war es eine Nervenschlacht an der Freiwurflinie, die die Brose Baskets deutlich für sich entscheiden konnten. Der deutsche Meister gewann die Verlängerung mit 14:7 und damit das Spiel mit 97:90. Durch den Sieg stehen die Bamberger zwei Spieltage vor Schluss als Hauptrundenerster fest und haben damit in den Playoffs Heimrecht bis zu einem möglichen Finale.

FC Bayern München Basketball:

Thompson 3, Cobbs 7, Renfroe 7, Dedovic 13, Zipser 5, Savanovic 16, Gavel, Toppert dnp, Mayr dnp, Kleber 10, Taylor 14, Bryant 15

Brose Baskets:

Melli 8, Zisis 16, Staiger, Theis 3, Wanamaker 29, Strelnieks 6, Obst dnp, Harris 5, Miller 10, Heckmann 20, Idbihi dnp, Radosevic

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