Bryce Taylor ackert für sein Comeback

Während seine Teamkollegen in den restlichen Saisonspielen um die Playoff-Teilnahme kämpfen, kann er nur zuschauen. Denn Bryce Taylor schwitzt momentan in der EDEN REHA in Donaustauf. Nach seiner Verletzung an der rechten Wade, die er sich Anfang Dezember im Spiel gegen seinen Ex-Club Telekom Baskets Bonn zuzog, arbeitet unsere Nummer 44 nach der Operation hart an seinem Comeback. Wir haben Bryce besucht, ihm über die Schulter geschaut und uns über Freizeitbeschäftigungen, Pläne und Fortschritte unterhalten.

Noch etwas humpelnd und ungelenk kommt Bryce Taylor daher. Sein rechter Fuß steckt in einem dicken Gestell aus Stahlplatten. Trotzdem liegt ein Lächeln auf seinen Lippen, als er uns begrüßt. „Dieses Teil“, sagt er und deutet dabei auf das Fußgestell, „kommt zum Glück bald weg. Heute ist der letzte Tag, an dem ich es tragen muss.“ Man merkt ihm an, dass es ungewohnt ist noch nicht wieder richtig laufen und den Fuß vollständig belasten zu können, aber genau deswegen ist er hier in der Reha und arbeitet jeden Tag hart.

Von acht bis 16 Uhr ist sein Tagesablauf durchgeplant. Drei Mal Behandlung und zwei Mal Training stehen täglich auf dem Programm. Als wir ihn mittags treffen hat er schon Krankengymnastik und ein eineinhalbstündiges Workout hinter sich, doch eine Pause gibt es (noch) nicht. Als nächstes geht es zum Manuellen Training. Dort knetet der Physiotherapeut seine Wade und Achillessehne ordentlich durch. Ziel ist es vernarbtes Gewebe zu lösen und die Muskeln zu mobilisieren. Geschafft!

Zur Belohnung gibt es Mittagessen, bei dem Bryce uns erzählt, wie es ihm in der Reha ergeht: „Es sind viele Profisportler hier. Von Basketball, über Volleyball, Fußball und Golf ist alles dabei. Es herrscht eine positive Stimmung und ich kann mich gut auf meine Reha konzentrieren. Auch die Physiotherapeuten und Trainer sind alle sehr professionell. Seit ich hier bin, mache ich gute Fortschritte. Die nächsten vier Wochen sind entscheidend für meinen Heilungsprozess und ich freue mich darauf die nächsten Schritte zu gehen.“ Sein erklärtes Ziel ist es im Juli/August wieder auf dem Court zu stehen, um passend zur neuen Saison fit zu sein.

Nach dem Essen (Spaghetti mit Tomatensoße und viiiiel Parmesan) und anschließendem Mittagsschlaf geht es weiter. Erneut ist Training angesagt. Nach einer kurzen Aufwärmrunde auf dem Fahrrad steigt Bryce in ein Anti-Schwerkraft-Laufband, um seine Muskeln unter reduzierter Schwerkraft langsam wieder an Belastung zu gewöhnen. Anschließend wird der rechte Fuß mit Hilfe von Bändern ‚gestretcht‘. Zum Abschluss des Tages geht es für eine halbe Stunde ins Wasser – genauer gesagt ins Therapiebecken. Dort macht er ebenfalls Übungen zur Kräftigung der Muskulatur und Verbesserung des Gleichgewichts.

Um sich neben dem täglichen Training abzulenken, hat unser Guard vorgesorgt und eine Playstation mitgenommen. In seiner Freizeit zockt er – na klar – am liebsten NBA. Und auch mit anderen Sportlern sitzt der 31-Jährige regelmäßig zum gemeinsamen Fußball schauen zusammen.

Die Spiele von Brose Bamberg verfolgt er schweren Herzens vom Bett aus. „Ich drücke dem Team ganz fest die Daumen für die restlichen Spiele. Aber es ist natürlich hart, wenn man nicht selbst auf dem Feld stehen und helfen kann. Trotzdem muss ich den Fokus jetzt erstmal auf mich legen, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden.“

Im Sommer will er deshalb nicht wie sonst in den Urlaub zu seiner Familie nach Los Angeles fliegen, sondern hier in Deutschland bleiben und trainieren. Und auch die Fans in Freak City können ihn bald wieder zu Gesicht bekommen. Für das Heimspiel am Samstag gegen Würzburg, plant Bryce seinen Teamkollegen einen Besuch abzustatten.

 

 

 

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