DJK Brose Bamberg ist Vizemeister

Nach Tränen der Enttäuschung überwiegt der Stolz: Die Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg haben die Saison 2014/2015 der 2. Damen-Bundesliga Süd als Vizemeister beendet.

Im entscheidenden Finale unterlag die Mannschaft von Trainer Ulf Schabacker am Samstagnachmittag Grüner Stern Keltern vor über 800 Zuschauern in der Graf-Stauffenberg-Halle mit 51:64 (27:34). Die Baden-Württembergerinnen erwarben damit das Recht zum Aufstieg, die DJK wird den eingeschlagenen Weg in der 2. Liga weitergehen.

Aufstieg hin oder her – Gold hätten die Bambergerinnen natürlich trotzdem gerne aus den Händen von Liga-Geschäftsführer Achim Barbknecht und Aufsichtsratsmitglied Claus Lauprecht in Empfang genommen, doch das war den einmal mehr aufopferungsvoll kämpfenden Spielerinnen um Topscorerin Nadjeschda Ilmberger (15 Punkte) an diesem Tag nicht vergönnt. Keltern überließ nichts dem Zufall, reiste zum dritten Mal in dieser Saison bereits am Vortag an und verließ zum dritten Mal als Sieger das Parkett der Stauffenberg-Halle. Zum einen, weil das ob seines Managements wohl am meisten polarisierende Team im deutschen Damen-Basketball im entscheidenden Finale sein stärkstes Spiel in der Serie ablieferte. Zum anderen, weil den DJK-Damen nach guter Anfangsphase im zweiten Abschnitt das Momentum entglitt und man mit fortlaufender Spieldauer ein Stück weit auch den absoluten Glauben an die Sensation zu verlieren schien. „Zu Beginn hat es gut ausgehen. Wir haben den Ball gut bewegt und im ersten Viertel 20 Punkte gemacht. Anschließend hat der Gegner umgestellt und es mit seiner aggressiven Defense geschafft, Jessie Miller aus dem Spiel zu nehmen. Dadurch hatten wir kaum mehr gute Optionen im Angriff. Zudem dürfte Marina Steidl das Spiel ihres Lebens gemacht haben“, analysierte Headcoach Schabacker.

Sympathiepunkte beim Publikum verdiente sich Steidl mit ihrer provokanten Spielweise zwar nicht, für ihre Mannschaft zahlte es sich aber aus, dass die gebürtige Serbin seit Ende letzten Jahres nach einem Vergleich zwischen Liga und Grünem Stern im Spielbetrieb offiziell als Deutsche gilt. So konnte sie gemeinsam mit zwei der drei US-Amerikanerinnen Hjelle, Mauldin oder Zornig auf dem Feld stehen, was den Gastgeberinnen zunehmend Probleme bereitete. 20:12 führte die DJK Brose zunächst nach einem viertelübergreifenden 10:0-Lauf, 22:22 hieß es nach 16 gespielten Minuten, 27:34 zur Halbzeitpause. Auch nach dem Seitenwechsel taten sich die Schabacker-Schützlinge schwer, brachten sich und die Kulisse nach der Umstellung auf eine Matchup-Zonenverteidigung zum Ende des dritten Durchgangs jedoch zurück ins Geschäft (39:43). „Wir haben defensiv alles gegeben, aber wieder die Rebounds verloren und uns auch zu viele Ballverluste geleistet, um ein solches Finale zu gewinnen“, nannte Schabacker die Gründe, die in den letzten zehn Minuten der Saison zur Entscheidung führten. Kelterns Selbstvertrauen wuchs mit jedem Treffer, das der Bambergerinnen schwand wie die Minuten auf der Uhr.

Im dritten Anlauf holten die Baden-Württembergerinnen damit verdient die Meisterschaft, während bei den Bambergerinnen bittere Tränen der Enttäuschung flossen. Die DJK-Anhänger feierten ihr Team trotzdem, vielleicht auch erst recht. Die Mannschaft dankte es mit einem Gruß an die besten Fans der Liga und verabschiedete sich in die Sommerpause. „Mit einer Heimniederlage die Saison zu beenden, ist immer hart. Aber mit etwas Abstand können wir stolz auf eine erfolgreiche Runde zurückblicken mit Höhepunkten wie dem Gewinn der Hauptrunde oder dem Auswärtssieg in Keltern“, so Schabacker. Mit Stolz feierten seine Spielerinnen sich und die Spielzeit 2014/2015 dann auch gebührend beim gemeinsamen Abschluss. Werbung in eigener Sache und für ihren Sport, soviel verrieten auch die ersten Gespräche mit bestehenden und potenziellen Partnern und Sponsoren bereits, haben die Zweitliga-Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg in den letzten neun Monaten in jedem Fall betrieben.

DJK Brose Bamberg: Ilmberger (15), Zeis (13), Thorman (8), Miller (6), Sokman (5), Gut A. (2), Münder (2), Gröger, Lohneiß, Schrüfer
Grüner Stern Keltern: Mauldin (15), Kammer (14), Hjelle (12), Steidl (12), Prötzig (8), Elbert (3), Zornig

Schiedsrichter: Matthias Wipfler / Hakan Senkesen

Zuschauer: 820

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