„Mit 110 Prozent Engagement immer eine positive Bilanz!“

Zehn Fragen an Christian Sengfelder rund um seinen Start in Bamberg

Gut angekommen in Bamberg? Von der Stadt und seinen Menschen einen ersten Eindruck gewonnen?

Ich war ja bereits ein paar Tage vor Trainingsbeginn hier. So hatte ich Gelegenheit, die Stadt etwas näher kennenzulernen, u.a. eine Reihe von Cafés an der Regnitz. Das Stadtbild hat mir gut gefallen, klein aber fein. Überrascht war ich von den vielen internationalen Gästen.

Was machst du in der neuen Umgebung am liebsten, wenn du nicht trainieren oder spielen musst?

Ich lese gerne und viel, nicht nur zu Hause, sondern auch im Café. Mit Vorliebe Bücher, die mich persönlich weiterbringen, z. B.  zu Themen wie Schlafen, Ernährung und Meditation.

Was gab den Ausschlag, von Braunschweig nach Bamberg zu wechseln?

Das Gesamtpaket hat gepasst. Ich wollte mich sportlich weiterentwickeln und international spielen. Da ist die Champions League der nächste Schritt. Außerdem verspreche ich mir viel vom Bamberger Individualtraining. Interessant fand ich auch die Umbruchstimmung und ein Teil davon zu sein.

Was unterscheidet die beiden Basketballstandorte?

Natürlich hat sich Braunschweig in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Aber Bamberg ist einer der besten Clubs in der BBL-Historie. Die günstigeren Rahmenbedingungen in Bamberg ermöglichen zudem ein höheres Maß an Professionalität und Erfolg.

Ist die persönliche Erwartungshaltung nach dem Vereinswechsel für die zweite Saison in der BBL sehr hoch?

Im ersten Jahr habe ich den Fuß erfolgreich in die BBL gestellt, viel gelernt und mir einen Namen gemacht. Diesen Ruf will ich festigen und ausbauen.

Die neue Spielzeit hat gerade erst begonnen. Der gewagte Blick bis ins nächste Jahr: An welchen Fakten machst du für dich und dein neues Team fest, dass es eine gute Saison war?

Wenn wir immer gemeinsam 110 Prozent geben, können wir am Ende der Saison als Team zufrieden Bilanz ziehen. Wir müssen jedes Spiel für sich als Herausforderung sehen und alles geben. Natürlich wollen wir in den Playoffs so weit wie möglich kommen. Klar ist aber auch, dass mit München in der BBL ein absolutes Topteam spielt.

Natürlich entscheidet der Coach, trotzdem die Frage: In welchen Bereichen kannst du deinem Team am besten helfen?

Ich werde für mein Team immer das Maximum aus mir rausholen. Wie schon gesagt, die 110 Prozent sind das Ziel. Ich gehe auch dorthin, wo es weh tut und nicht immer reine Freude bereitet: Rebound unter beiden Körben oder auch Hustle Play. Wenn ich Turnover vermeide, helfe ich meinem Team ebenfalls.

Wo siehst du deine persönlichen Stärken? In welchen Bereichen willst du dich noch weiterentwickeln und steigern?

Kein Bereich ist im Alter von 24 Jahren bereits ausgereizt. Sonst würde ich bereits auf das Karriereende zusteuern. Meinen Wurf will ich in allen Bereichen stärken. Das reicht vom Dreier bis zum Freiwurf. Hier peile ich in dieser Saison zwischen 80 und 90 Prozent Trefferquote an. Athletik, Defensivverhalten und „Pick and Roll“ sind weitere Entwicklungsfelder und Potentiale.  

Der Konkurrenzkampf im Nationalteam ist ausgeprägt wie noch nie. Schwingt etwas Wehmut mit, bei der WM nicht dabei gewesen zu sein. Und wie siehst du die persönlichen Chancen für einen Start bei einem Großereignis der nächsten Jahre?

Wehmut kam keineswegs auf. Die Chancen waren ja eher klein. Denn auf den großen Positionen ist der Konkurrenzkampf besonders ausgeprägt. Es ist für mich eher Anreiz, mich weiter zu steigern und ich sehe das Ziel Nationalteam in einem Korridor von zwei bis drei Jahren. Bei einer WM oder EM dabei zu sein ist natürlich der absolute Traum.  Es wird schwer, aber ich werde hart dafür arbeiten. Mal sehen, wie die Karten der Spieler in den nächsten Jahren fallen.

Zum Abschluss ein Blick in die Vergangenheit: Was bleibt aus den vier Jahren USA mit Studium und Basketball nachhaltig in Erinnerung oder als prägendes Element?

Zunächst einmal zwei abgeschlossene Studiengänge als Basis und Sicherheit für die Zukunft. Sportlich und atmosphärisch ist es einfach gigantisch, Sport und Events am College aktiv zu erleben: 10000 bis 15000 Zuschauer, die den ganzen Tag Spaß haben und für einen phantastischen Rahmen sorgen. New York wäre für mich zwar keine Stadt zum Leben. Aber eine Zeitspanne persönliche Erfahrungen in dieser Metropole zu sammeln, die Highlights, die permanent um die Welt gehen, selbst hautnah aufzunehmen – das ist schon etwas Besonderes und Prägendes.

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