Von Abschieden, Autorennen, kurzen Wegen und großen Waschmaschinen: herzlich willkommen in Istanbul

Hallo aus Istanbul. Mein Name ist Thorsten Vogt, ich bin Mediendirektor bei Brose Bamberg und nehme euch mit auf einen kleinen Blick hinter die Kulissen unserer Reise in die Türkei.

Das letzte Mal Istanbul für diese Saison. Nach gefühlt alle zwei Wochen in der letzten. Aber für jetzt war’s das. Istanbul wird wohl nicht unser Viertelfinalgegner und das Final Four findet in Belgrad statt. Daher heißt es Abschied nehmen. Auch für Dominik Günthner...

 

„Halli, Hallo, Hallöchen ihr Lieben,

heute also aus Istanbul, der Perle am Bosporus, der alten Hauptstadt des oströmischen Reichs, Konstantinopel, oder wie unsere griechischen Freunde auch bis heute noch sagen: Κωνσταντινούπολη (gesprochen: Konstantinoúpoli). Hier trifft also der europäische auf den asiatischen Kontinent. Die Bosporusbrücke verbindet demnach sozusagen Deutschland mit China. Wie die neue Seidenstraße, die China mit Investitionen von bis zu 900 Milliarden bauen will und somit schlussendlich Peking mit Duisburg verbindet. Das erinnert mich an den Orientexpress, der sich einst von Paris bis auf die europäische Seite Konstantinopels bis zum Bahnhof Sirkeci erstreckte. Auf der asiatischen Seite fing dann die Bagdadbahn an, der entsprechende Bahnhof hieß Haydarpaşa. Diese beiden Bahnhöfe sind auch heute noch die zwei wichtigsten Bahnhöfe der Stadt. Aber ich schweife ab. Schon mit einem Bruchteil dieser 900 Milliarden könnten wir unseren Kader schlagkräftigst aufwerten, um letztendlich um die EuroLeague mitzuspielen. Heute jedoch gilt es, unseren Basketball zu spielen gegen den aktuellen Champion. Zurück zu dir ins Studio, Thorsten!“

 

Danke Dominik.

 

Istanbul, die Stadt der kurzen Wege. Also, wenn man erst einmal da ist, wo man hin will. Die Halle, die Fenerbahçe Uluslararası Spor Kompleksi Ülker Sports Arena, zu gut deutsch: Fenerbahçe Internationaler Sport Komplex Ülker Sports Arena oder kurz einfach nur: Ülker Sports Arena liegt im asiatischen Teil der Stadt. Der Flughafen allerdings liegt auf europäischer Seite. Das bedeutet über eine Stunde Fahrt. Also praktisch wie bei uns Bamberg – Nürnberg. Metropolregion einmal anders... Wenn man dann allerdings angekommen ist, ist alles kurz. Das Hotel liegt direkt neben der Halle und auch die Spielerwohnungen von Fener sind nur einen Steinwurf entfernt. Jeder wohnt im Umkreis von 500 Metern Luftlinie zur Arena. Übrigens auch in anderen europäischen Metropolen ist das so. In Moskau etwa wohnen alle Spieler in einem eigenen, Bezirk genannten Areal nahe der Halle. So wird gewährleistet, dass keiner durch den horrenden Verkehr zu spät kommen kann...

 

Apropos zu spät... wie ihr wisst, ist bei uns alles zeitgenau eingeteilt. Am Abend gibt es eine WhatsApp des Teammanagers, der den nächsten Tag minutengenau vorgibt. Dabei nehmen wir übrigens keine Rücksicht auf etwaige Zeitverschiebungen. In Istanbul sind wir zwei Stunden voraus, bedeutet also Frühstück gibt es bis acht Uhr deutscher Zeit, um neun ist Training, halb elf wird zu Mittag gegessen, abends um 18.45 Spiel, gegen 22 Uhr Abendessen. Dazwischen Interviews (Daniel Hackett steht momentan ganz hoch im Journalistenkurs), Kumpels in der Hotellobby treffen (Nikos Zisis kennt überall irgendwen) und relaxen. Dabei fällt auf: Handyspiele sind wieder in. Candy Crush, Strategiespiele, Basketball. Und Autorennen. Sandro Bencardino spielt jede freie Minute. Und fährt natürlich immer – wie könnte es für einen Italiener anders sein – Ferrari.

 

Italiener, gutes Stichwort. Da gibt’s einige bei Fenerbahce. Allen voran natürlich Nicolò Melli. Aber auch Gigi Datome. Italienisch ist also die vorherrschende Sprache, wenn wir uns beim Training begegnen. Sowieso ist es wie ein kleines Klassentreffen. Nikos Zisis und Ricky Hickman haben hier gespielt, daher gab es lange Gespräche mit dem Zeugwart. Der hat übrigens – sehr zum Neid unseres Teammanagements – vier Waschmaschinen und zwei riesengroße Trockner zur Verfügung, um die Spielerkleidung sauber und trocken zu machen. Zum Vergleich: wir haben jeweils zwei normalgroße. Auch da zeigt sich der Budgetunterschied... :-)

 

Den nächsten Blog gibt’s am 1. März aus Valencia. Bis dahin gilt wie immer: Kritik, Wünsche, Anregungen bitte jederzeit an thorsten.vogt(at)brosebamberg(dot)de.

 

In diesem Sinne, bleibt sportlich.

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