Von Kurztrips, Kinderfilmen und coolen Jungs: herzlich willkommen in Tel Aviv

Hallo aus Tel Aviv. Mein Name ist Thorsten Vogt, ich bin Mediendirektor bei Brose Bamberg und nehme euch mit auf einen kleinen Blick hinter die Kulissen unserer Reise nach Israel.

Kurztrip mit der längsten Anflugzeit. Von Frankfurt aus dauert es knapp vier Stunden bis Tel Aviv. Zeit genug für Dominik Günthner, sich eine schöne Einleitung zu überlegen...

 

„Halli, Hallo, Hallöchen ihr Lieben,

und ein hallo aus Tel Aviv, dem Kreuzfahrermekka! Wie einst stolze Massen von tapferen Rittern haben wir uns gestern gen Tel Aviv aufgemacht. Nicht wie unsere Vorgänger zu Schiff und mit dem Ziel Jaffa, aber mit dem Flugzeug zum Flughafen Ben Gurion. Und wie die Kreuzritter wollen auch wir reichlich geschmückt mit einem Sieg heimkommen, umweht von Weihrauch und Myrrhe. Ganz in der Tradition des Bamberger Reiters. Der soll angeblich die Stauffer darstellen, von denen besonders Friedrich II. hervorzuheben ist. Dessen bewaffnete Wallfahrt ist der einzige friedliche Kreuzzug. Nachdem er im Jahre 1228, durch den Tod seiner zweiten Frau Isabella von Brienne, die Verwaltungshoheit über den Titel ‚König von Jerusalem’ erhielt, wallfahrt er nach Jerusalem und setzte sich schließlich im Jahre des Herrn 1229 dort die Krone auf. Und nun von der Vergangenheit zurück in die Basketballwelt. Zurück zu dir ins Studio, Thorsten!“

 

Danke Dominik!

 

Nahezu exakt 30 Stunden haben wir insgesamt israelischen Boden unter den Füßen bzw. Rädern. Um 23 Uhr Ortszeit am Mittwochnacht angekommen, geht es am Freitagfrüh um kurz vor fünf, also vier Uhr deutscher Zeit, wieder zurück. Dazwischen: sechs Mahlzeiten, sechs Busfahrten, ein Training, ein Spiel, diverse Physiobehandlungen, ein paar Interviews, ca. acht Stunden Schlaf – ein ganz normaler EuroLeague-Auswartstrip also...

 

Dass die Zeit im Flieger sinnvoll genutzt wird, habe ich schon oft beschrieben. Die Assistant Coaches analysieren die kommenden Gegner, wobei sie da immer mindestens ein Spiel voraus sind. Sandro Bencardino denkt sich neue Foltermethoden für den Kraftraum aus. Andrea Trinchieri schaut meistens ein Spiel des nächsten Gegners, im jetzigen Fall Maccabi Tel Aviv. Die Spieler hingegen schlafen, schauen Serien oder Filme. Dabei fällt auf: Action geht natürlich immer, Dokus manchmal und in letzter Zeit kommen vermehrt Trickfilme zurück auf die Laptops und iPads. Erkennt ihr auf dem Foto den Film und wer ihn schaut? Der erste, der mir die richtige Antwort schickt, bekommt zwei VIP-Tickets für ein Spiel seiner Wahl. Also, ran an die Tasten...

 

Viel Zeit verbringen wir in Bussen. In unserem, in fremden. Immer ist dabei die Sitzordnung aber gleich. Ganz vorne sitzen Coaches und Staff, hinten tummeln sich die Spieler. Dabei hat im Normalfall jeder eine Reihe für sich. In Tel Aviv gestaltet sich die Aufteilung wie im Bild zu sehen. Rechte Seite: Hackett, Hickman, Wright, Lô, Staiger. Linke Seite: Zisis, Rubit, Heckmann, Radosevic. Und hinten die (möchtegern) coolen Jungs: Nikolic und Musli. Auch vorne gibt es eine feste Ordnung. Rechte Seite: Trinchieri, Perego, Bencardino. Linke Seite: Kantzouris, Scepanovic, Günthner. Sportdirektor, Teammanager, Physio, Doc und Pressetyp teilen sich die verbleibenden Sitze.

 

Die Basketballbegeisterung in Israel ist groß. Es gab vor dem Spiel insgesamt 17 Interviewanfragen für unsere Spieler und den Head Coach. Und die Kollegen sind gut vorbereitet: da werden im Vorfeld Statistiken gewälzt und verglichen, es wird über die Vergangenheit der Spieler recherchiert. Alles in allem füllen wir alleine heute neun Seiten in israelischen Tages- und Sportzeitungen. Dazu kommen Beiträge in drei TV-Sendungen. In der Pressekonferenz nach dem Spiel werden insgesamt 50 Journalisten sitzen. Viele haben Fragen. Zum Vergleich: nach unseren Partien verlieren sich im Maximalfall fünf meist fragelose Personen im PK-Raum...

 

Apropos Frage. Das bringt mich zum nächsten Thema. Jetzt könnt ihr alle zeigen, dass ihr es besser könnt, als die Journalisten. Ab sofort gibt es den „Brose Bamberg Podcast“. Dabei steht monatlich ein Verantwortlicher, Spieler, Trainer oder Sportdirektor Rede und Antwort. Und das Gute daran: ihr bestimmt die Themen. Ihr schickt die Fragen, die euch interessieren. Wir beantworten sie. Alle. Ehrlich. Ohne Vorbehalt und Rumdruckserei. Also, wenn ihr etwas wissen wollt, dann her damit: thorsten.vogt(at)brosebamberg(dot)de. Die erste Folge gibt’s am kommenden Montag mit Geschäftsführer Rolf Beyer. Eure Fragen bräuchte ich daher bitte bis Sonntagnachmittag. Nochmal: es ist eure Chance die Verantwortlichen direkt zu kontaktieren. Nutzt sie!

 

Den nächsten Blog gibt’s bereits nächste Woche, nämlich am 18. Januar aus Barcelona. Bis dahin gilt wie immer: Kritik, Wünsche, Anregungen bitte jederzeit an thorsten.vogt(at)brosebamberg(dot)de.

 

In diesem Sinne, bleibt sportlich.

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