Von langen Reisen, anderen Sportarten und ausführlichen Interviews: herzlich willkommen auf Teneriffa.

Hallo aus Teneriffa. Mein Name ist Thorsten Vogt, ich bin Mediendirektor bei Brose Bamberg und nehme euch mit auf einen kleinen Blick hinter die Kulissen unserer Reise auf die spanische Insel.

Teneriffa empfing uns mit bewölktem Himmel. Und am Abend sogar mit Regen. Und das, obwohl es im Vorfeld hieß: Teneriffa im Dezember, viel besser geht’s nicht. Zumindest, wenn man im Hinterkopf hat, dass es in zwei Wochen nach Novgorod geht. Dort sind es momentan minus vier Grad und Schnee. Dann doch lieber hier 19 Grad und ein bisschen regnerisch. Und eigentlich ist das Wetter sowieso egal, denn wir sind zum Arbeiten hier. Nicht zum Urlaubmachen. Allerdings, wenn man sich unsere Reisekilometer der letzten Tage einmal genauer ansieht, dann kommt schon einiges zusammen. Von Bamberg ging‘s nach Oldenburg von dort weiter nach Hamburg von dort weiter nach Teneriffa von dort geht’s zurück nach Nürnberg von dort zurück nach Bamberg. Fünf Tage, 10.000 Kilometer. Kann man mal so machen und ist Teil des Jobs. Auch von Dominik Günthner.

„Halli, Hallo, Hallöchen ihr Lieben,

und ein ‚¿Hola, qué tal?‘ aus dem sonnigen, aber nicht ganz so warmen Teneriffa.
Soeben sitze ich zusammen mit Sandro auf der Terrasse des Hotels, bei einem Kaffee und versuche meinen bescheidenen Beitrag in Form der Einleitung des Blogs zu schreiben. Normalerweise gehört dazu auch eine gewisse Entspanntheit, damit die kreativen Säfte so richtig fließen können und auch eine gewisse Zeit für die nötigen Recherchen. Doch dieses Mal wurde diese Oase, die ich für meinen kreativen Prozess benötige, leider durch unnötig aufgebauten Druck von Seiten des Mediendirektors zerstört. Leider hat der feine Herr nämlich nachmittags etwas vor, weshalb er mir seit gut eineinhalb Tagen in den Ohren liegt und mir mehrfach in recht herrischer Art und Weise mitteilte, ich müsse bis 11:51 Uhr meine Einleitung abgeben. Aber der Rebell in mir hat natürlich gesiegt, denn es ist bereits 11:51 Uhr und ich schreibe gerade eben erst diese Zeilen.
Das Klima hier auf Teneriffa ist recht angenehm, die Durchschnittstemperatur beträgt zwischen 17,3 und 24,4 Grad bei 7,9 Sonnenstunden pro Tag und 35 Regentagen pro Jahr im Schnitt. Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt 20,1 Grad. Der erste Eindruck sagt mir, dass es definitiv schlechtere Gegenden gibt, um zu leben.
Geografisch gesehen ist Teneriffa eine Vulkaninsel und gehört wie alle kanarischen Inseln topografisch zu Afrika. Die Insel liegt 288 Kilometer vor der Küste Marokkos und der Westsahara und ist 1.274 Kilometer von der Südküste des spanischen Mutterlandes entfernt.
Weiter möchte ich nicht ausführen, denn zum einen geht mir die Zeit aus und zum anderen möchte ich natürlich meinen – ich betone ausdrücklich – Blogchef nicht länger warten lassen, schließlich liegt mein Blogschicksal ausschließlich in seinen Händen. Sollte ich gefeuert sein und die nächste Einleitung jemand anderes schreiben, bitte um zahlreiche Beschwerden auf allen möglichen Kanälen. Danke für eure Treue!

Zurück zu dir ins Studio, Thorsten.“

Danke, Dominik!

Teneriffa selbst ist eine Insel, die an jedem freien Fleck Windräder hat. Und die die größte der Kanaren ist. Rund 900.000 Menschen leben hier. Viele in der Region um die Hauptstadt Santa Cruz, wo auch wir untergebracht sind. Natürlich in einem Iberostar Hotel. Warum natürlich? Wir spielen gegen Iberostar Tenerife, die Hotelkette ist der Hauptsponsor des 1939 unter dem Namen CB Canarias gegründeten Vereins. Seither wechselte die Firmierung insgesamt 13 Mal. Ebenso die Ligenzugehörigkeit, die immer wieder zwischen erster und zweiter hin- und herging. Seit 2012 hat sich die Mannschaft aber endgültig in der ACB etabliert, 2017 die Champions League und im gleichen Jahr den Intercontinentaltitel gewonnen. Seine Heimspiele trägt das Team in San Cristóbal de la Laguna aus. Das ist insofern bemerkenswert, da die Halle, das Pabellón Insular Santiago Martín, auf einem Vulkanberg liegt und es dort oben wesentlich kühler ist, als in der zehn Kilometer entfernten Hauptstadt.

Das Pabellón Insular Santiago Martín selbst wurde 1999 eröffnet und fasst rund 5.100 Zuschauer. Das Besondere: die Halle hat enorm hohe Tribünen. 80 Stufen muss man nach oben gehen, wenn man in der letzten Reihe seinen Sitzplatz hat. Neben Basketball finden in der Arena auch andere sportliche Wettkämpfe statt, unter anderem gab es bereits mehrmals die spanische Kickboxmeisterschaft. Das bringt mich zur fantastischen Überleitung, dass wir mit Vincent Schorn, einem unserer Physiotherapeuten, einen ehemaligen Kickbox-Weltmeister in unseren Reihen haben. 2013 war es, als er in Orlando/Florida die ISKA-Weltmeisterschaft für sich entscheiden konnte. Was hat das mit Heute, Jetzt und Hier zu tun? Ganz einfach: Louis Olinde versuchte sich im Abschlusstraining an einigen Kicks, die mehr oder weniger professionell aussahen und gelangen… apropos Olinde. Der ist in der aktuellen Ausgabe der BIG groß vertreten. Daher: Kauf- und Leseempfehlung. Und da ich gerne die Vorfreude wecke: in der Weihnachtsausgabe wird es einen ausführlichen Artikel über Nelson Weidemann geben. Wer nicht so lange warten will, dem sei zudem ein Podcast mit Roel Moors ans Herz gelegt. Der belgischen Journalist Stefaan De Vreese hat unseren Coach anlässlich unserer Partie bei den Telekom Baskets Bonn ausführlichst (auf englisch) interviewt. Das rund 30-minütige Interview gibt’s hier.

Zu guter Letzt noch eine kurze Einlassung in eigener Sache. Jedem, der einen Job wie ich ihn habe ausübt, ist bewusst, dass es öffentlichen Gegenwind geben kann. Ich schreibe Pressemitteilungen, ich gebe Interviews und Statements. Viele sind ok, wie ich finde. Einige gefallen mir im Nachgang auch nicht mehr. Andere müssen einfach sein. Hinter keiner einzigen steckt eine schlimme Absicht. Zumal wir uns immer wieder vor Augen halten müssen: es ist Sport. Einfach nur Sport. Ich finde es daher durchaus hinterfragenswert, wenn es Menschen gibt, die aus meinen Pressemitteilungen AFD-Sprech herauslesen. Und mehr noch: die meine Pressemitteilungen und damit mich dafür verantwortlich machen wollen, wenn oder dass Personen deshalb ermordet werden würden. Das ist starker Tobak, der natürlich in der Anonymität des Internets leicht abgefeuert werden kann. Ob das wirklich sein muss, sei dahingestellt. In diesem Zusammenhang: es ist keine Pauschalverurteilung, denn 99 Prozent aller Kommentare, Kritiken, Anmerkungen sind vollkommen ok. Und ich stelle mich ihnen gerne. Nur der eine oder andere Schreiber sollte einmal überlegen, ob er solche Dinge auch schreiben würde, wenn es um beispielsweise ein Familienmitglied ginge…

So, genug der miesen Stimmung. Den nächsten Blog gibt’s in zwei Wochen aus Novgorod. Bis dahin freue ich mich, wie immer, auf Anregungen und Anmerkungen, auf Kritik und Diskussion. Alles, was ihr loswerden wollt, schickt mir gerne unter thorsten.vogt(at)brosebamberg(dot)de rüber. Auch Hasskommentare. Ich habe da nämlich eine Wand im Büro, an der jeder einzelne seinen würdigen Platz findet…

In diesem Sinne, bleibt sportlich.

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