Von langen Schlangen, wahnsinnigen Fans und möglicherweise falschen Italienern: herzlich willkommen in Athen

Hallo aus Athen. Mein Name ist Thorsten Vogt, ich bin Mediendirektor bei Brose Bamberg und nehme euch mit auf einen kleinen Blick hinter die Kulissen unserer Reise nach Griechenland.

Athen. Das zweite und letzte Mal für diese Saison. Diesmal zu den Roten. Diesmal an den Hafen. Zu einer Mannschaft, die uns bislang immer lag. Eine der wenigen, gegen die wir eine positive Gesamtbilanz haben. Die Reise begann mit einer Flugverspätung. Gott sei Dank, denn sonst hätten es eventuell einige unserer Jungs nicht pünktlich geschafft. Der Frankfurter Flughafen hat es nämlich tatsächlich fertig gebracht, für gefühlt 500 Menschen genau EINEN Securitydurchgang offen zu haben. Großes Kino. Aber, wie gesagt, Dank Verspätung haben wir’s geschafft und sind trotz allem nahezu pünktlich um 22 Uhr Ortszeit mehr oder weniger weich gelandet. Mit an Bord natürlich auch Dominik Günthner...

 

„Halli, Hallo, Hallöchen ihr Lieben,

heute aus Athen, ja genau DEM Athen. Der Wiege der Demokratie (btw: danke dafür), der Perle der Ägäis. Schauen wir also zurück, was dieses stolze Volk der Griechen alles erfunden hat. Fangen wir ganz vorne am mit der Demokratie, der Philosophie, den Naturwissenschaften. Nicht vergessen sollte man auch die Gelehrten des alten Griechenlands. Leider würde es den Rahmen dieses Blogs sprengen, alle aufzuzählen. Würde ich nur einige wenige nennen würde ich allen Ungenannten Unrecht tun. Auch den Sport haben sie erfunden, die olympischen Spiele. Nicht zu verwechseln mit der Olympiade, die die vier Jahre zwischen den Spielen bezeichnet. Wenn man so manchen Coach bei uns im Staff fragt, sollte man sogar meinen, sie hätten die Sonne erfunden und wir Deutschen Staffmitglieder sollten zahlen (als ob wir das nicht schon seit zehn Jahren täten…). Eine ziemlich spannende Bewerbung haben wir da also auf dem Tisch liegen zu diesem Volk, das, je nach Zählung knapp elf Millionen Einwohner oder mehr hat (je nachdem wie weit man jeweils nach Norden und nach Süden geht). Ach ja, wir spielen übrigens gegen Piräus, dem Teil der Stadt, in dem auch schon der antike Hafen lag. Zurück zu dir ins Studio, Thorsten!“

 

Danke Dominik.

 

Dass die Griechen ein basketballverrücktes Volk sind, das war klar. Dass sie aber so verrückt sind, das war so doch nicht abzusehen. Bislang, also die letzten Saisons, gab es, wenn wir nach Griechenland geflogen sind, logisch, Anfragen für Interviews, Foto- und Videosessions für Nikos Zisis. Einer der Nationalhelden hier. Noch wahnsinniger aber als die Nachfrage nach Nikos war und ist vor dem Olympiacos-Spiel der Trubel um Daniel Hackett. 17 Interviewanfragen gab es im Vorfeld alleine für ihn. Im Flieger musste er unzählige Selfies machen, Autogramme geben. Für die Roten ist er nach wie vor ein Hero.

 

Apropos Flugzeug, apropos rot. Neben mir saßen zwei eingefleischte Olympiacos-Fans. Und sie konnten englisch. Nichts war’s also mit Filmschauen, Musikhören, geschweige denn Arbeiten. Nein. Reden war angesagt. Ob ich wollte oder nicht. Wobei, nein, nicht reden. Zuhören. Ich weiß jetzt nämlich alles. Der Spanoulis – Supertyp. Und der Strelnieks, der war doch mal bei euch. Arg ruhig. Aber gut. Und wichtig. Genauso wie der Roberts. Den habt ihr ja erst zu dem gemacht, was er heute ist. Und Printezis. Geil. Und obwohl er aussieht, als ob er einen gleich zusammenschlägt – total sympathisch. Wir Fans sowieso unschlagbar. Aber auch eure sind super. Überall mit dabei. Sieht man nur noch selten. Toll. Richtig toll. Das ist Basketball. Aber ruhig seid ihr manchmal. Wie der Strelnieks. Daher hat er’s wahrscheinlich auch. Also das Ruhige. Und der Spanoulis. Supertyp. Ach so, hatten wir schon? Egal. Der hat’s verdient. Wie bei euch der Zisis. Und der Hackett sowieso. Den würden wir ja gleich wieder nehmen. Aber verletzungsanfällig ist er schon. Oder? Aber ein guter. Und netter. Sympathisch. Supertyp. Mister Nice Guy. Genauso wie der Spanoulis.... und der Flug ging noch zwei Stunden... 

 

Griechenland war der erste Trip unseres neuen. Der erste Trip für und mit Luca Banchi als unser neuer Head Coach. Italiener. Von Natur aus abergläubisch. Aber gemäßigt. Passionierter Koch, wie er uns im Videointerview auf unserem YouTube-Channel verraten hat. Und Juventus-Fan. Daher war er gestern besonders gut gelaunt. Aber etwas geht ihm als Italiener ab, was mich fast zweifeln lässt, ob er wirklich einer ist. Luca Banchi trinkt keinen Espresso. Als Italiener. KEINEN ESPRESSO! ALS ITALIENER! Aber trotz alle dem ist er ein angenehmer Kerl. Einer, der weiß, was er will. Aber auch einer, der nachfragt, der Ratschläge annimmt. Von jedem. Das ist nicht selbstverständlich.

 

Zu guter Letzt: Danke für die Mails zum letzten Blog. Natürlich war mir klar, dass die im Schlussabschnitt angeschriebenen Beschimpfungen nicht die Regel sind. Daher hat mich der Zuspruch, übrigens weit über die Bamberger Fangrenzen hinaus, sehr gefreut. Damit soll’s das für dieses Thema aber auch gewesen sein. Eines habe ich aber noch: am Montag zeichne ich den neuen Brose Bamberg Podcast auf. Mein Gast diesmal: unser Head of Player Development Stefan Weissenböck. Einige Fragen sind bereits eingegangen, unter anderem von seinem ehemaligen Trainerkumpel Arne Woltmann. Gerne könnt ihr weitere stellen. Einfach eine Mail an mich, dann stelle ich sie Stefan und der wird sie alle beantworten. Versprochen.

 

Den nächsten Blog gibt’s am 21. März aus Vitoria. Bis dahin gilt wie immer: Kritik, Wünsche, Anregungen bitte jederzeit an thorsten.vogt(at)brosebamberg(dot)de.

 

In diesem Sinne, bleibt sportlich.

 

 

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