Von tiefen Augenringen, kurzfristigen Reiseplanänderungen und Hallen mit Radrennbahnen: herzlich willkommen in Panevėžys

Hallo aus Panevėžys. Mein Name ist Thorsten Vogt, ich bin Mediendirektor bei Brose Bamberg und nehme euch mit auf einen kleinen Blick hinter die Kulissen unserer Reise nach Litauen.

Panevėžys. Rund 150 Kilometer von Vilnius entfernt, mitten in Litauen. Knapp 114.000 Einwohner und damit die fünftgrößte Stadt des Landes. Aber ganz ehrlich, gehört hatte ich von ihr noch nie. Jetzt aber sind wir da. Denn hier in Panevėžys, genauer gesagt in der Cido Arena, trägt BC Lietkabelis seine Heimspiele aus. Die Betonung bei Lietkabelis liegt übrigens auf der zweiten Silbe, also dem a: LietkAbelis. Aber genug geklugscheißt. Dafür ist bekanntlich ein anderer zuständig. Der Mann nämlich, der in den letzten Tagen durchaus auch turbulente Stunden hinter sich hatte. Dominik Günthner, bitte sehr. 

„Halli, Hallo, Hallöchen ihr Lieben,

nun, viele Leute fragen mich jetzt, ob ich denn mit der neuen Aufgabe überhaupt noch Zeit hätte, die Einleitung für den Blog zu schreiben. Und ich kann Sie, liebe Leserinnen und Leser, beruhigen. Auch in Zukunft bleibe ich euch, liebe Fans, erhalten.

Also, heute gegen Lietkabelis Panevėžys. Dem Ersatzteam für Eskisehir, das eigentlich schon fest qualifiziert war, aber dann kurz nach der Auslosung zurückgezogen hat. Eskisehir ist hauptsächlich durch den Abbau von Sepiolith bekannt. Sepiolith, auch Meerschaum genannt, wird vor allem zur Herstellung von Meerschaumpfeifen benutzt. Die Vorteile von Meerschaumpfeifen gegenüber Pfeifen aus Holz bestehen u.a. darin, dass ein Einrauchen überflüssig wird, da sie zunächst geschmacksneutral sind und das Material überaus feuerbeständig ist. Das heißt, ein Anbrennen einer solchen Pfeife ist theoretisch ausgeschlossen und es problemlos möglich, eine solche Pfeife heiß zu rauchen. Ein Nachteil besteht allerdings darin, dass Meerschaum Tabakaromen aufnimmt, welche beim Rauchen verschiedener Tabaksorten stören. Außerdem ist Meerschaum ein sehr zerbrechliches Material.

So, jetzt geht es weiter mit Bonn für mich, das nächste Spiel im Pokal steht ja auch schon an.

Zurück zu dir ins Studio, Thorsten.“

Danke, Dominik.

Ich würde lügen, würde ich sagen, dass die letzten Tage spurlos an mir vorübergegangen sind. Meinen Augen sieht man durchaus an, dass es etwas weniger Schlaf, dafür mehr Büro gab. Also vor allem den Rillen unter den Augen. Und dennoch freue ich mich auf die kommende Zeit, denn – erlaubt mir ein persönliches Wort – ich glaube, Federico und Dominik werden das Ding rocken. Sie werden Zeit brauchen, die sie vom Club definitiv bekommen werden. Und hoffentlich auch von den Fans. Da bin ich mir aber sehr, sehr sicher. Gut oder schlecht für die beiden, man weiß es nicht, heute wird’s bereits ernst. Sie hatten also gar nicht so viel Zeit zum Nachdenken. BC Lietkabelis steht an. In Panevėžys. Litauen.

Die Reise trägt nicht sonderlich zur Normalitätsrückkehr der Work-Life-Sleep-Balance des Mediendirektors bei. Denn Aktualität schlägt schließlich Planung. Daher haben Stefan Weissenböck und ich die Mannschaft erst einmal alleine fliegen lassen. Und sind hinterher geflogen. Stefan musste gestern noch individuell trainieren, ich ein bisschen Bürokram erledigen. Daher später. Dienstagabend 19.55 von Nürnberg über Warschau nach Vilnius. Fünf Stunden ins Flughafenhotel, rein in den Mietwagen und die anderthalb Stunden nach Panevėžys gefahren. Dort pünktlich zum Shoot Around angekommen. Jetzt schreibe ich diese Zeilen, danach geht’s zum Spiel, Abendessen, im Mietwagen zurück nach Vilnius, vier Stunden ins Flughafenhotel, um halb sieben über Warschau zurück nach Nürnberg. Stefan steht dann um elf wieder mit Youngstern in der Halle, ich sitze am Schreibtisch und bereite das Sonntagsspiel vor. Die Jungs indes mussten zwar früh raus (Flieger ging gestern um sieben in Nürnberg weg), können aber morgen ausschlafen und fliegen erst am Nachmittag zurück. Jeder eben, wie er es verdient…

Zurück nach Panevėžys und da zu BC Lietkabelis. Das ist übrigens ein Kabelhersteller. Um genauer zu sein der größte baltische Hersteller von isolierten elektrischen Drähten und Kabeln. Doch nochmal geklugscheißt. Gespielt wird in der Cido Arena. Schöne Halle mit einer Besonderheit. Sie hat eine 250 Meter lange Radrennbahn integriert. Die einzige überdachte und damit international anerkannte Bahn in den baltischen Staaten. 2014 etwa gab es hier die Bahnrad-Europameisterschaft. In der Mitte der Bahn ist das Parkett aufgebaut, außenrum Zuschauerränge. Damit wirkt alles kompakter, kleiner. Und trotzdem irgendwie nett. Ach ja, und es gibt eine Spielecke für Kinder. Mittendrin. Einfach so. Aber es ist kalt. In Panevėžys insgesamt mit minus acht Grad, aber auch in der Halle. Nicht ganz so kalt, wie damals in Fuenlabrada, aber trotzdem frisch. Jackenpflicht also für die, die keinen Sport machen. 

Zum Abschluss noch kurz der Blick zurück nach Bamberg. Da sitzt seit nunmehr zwölf Tagen mit Arne Dirks ein neuer Mann auf dem Chefsessel Brose Bambergs. Zwölf Tage, die er sich sicherlich auch etwas anders vorgestellt hat. Das Positive aber: ab sofort kann’s ja eigentlich nur ruhiger werden… Die letzten knapp zwei Wochen standen für uns alle, aber vor allem natürlich für ihn, ganz im Zeichen der Pressearbeit. Vorstellungsrunden wurden gegeben, Hintergrundgespräche geführt, eine Menge Hände geschüttelt. Und Arne stand verschiedensten Medien ausführlich Rede und Antwort. Unter anderem dem aktuellen Podcast von „MagentaSport Abteilung Basketball“ mit Michael Körner und Alex Dechant. Reinhören lohnt sich in jedem Fall und ist für alle, die Arne Dirks ein bisschen besser kennenlernen wollen, sogar Pflicht: https://soundcloud.com/abteilungbasketball/bambergs-reset-knopf-20-mit-arne-dirks 

Damit schließe ich den ersten Blog des neuen Jahres. Ich hoffe, es werden noch einige weitere von unseren internationalen Auswärtsreisen – also im besten Fall in dieser Saison mindestens noch vier – folgen. Wie immer gilt: Anregungen, Kritik und was immer ihr sonst noch wissen oder loswerden wollt, gerne jederzeit an thorsten.vogt@brosebamberg.de. Die nächste Ausgabe gibt’s am 30. Januar aus Jerusalem.

Bis dahin, bleibt sportlich.

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