Von wechselhaftem Wetter, nicht alltäglichen Interviews, Abklatschrunden und bunten Sitzplätzen: herzlich willkommen in Prag

Hallo aus Prag. Mein Name ist Thorsten Vogt, ich bin Mediendirektor bei Brose Bamberg und nehme euch mit auf einen kleinen Blick hinter die Kulissen unserer Reise in die Hauptstadt der Tschechischen Republik.

Prag empfing uns mit leichtem Schneefall und starkem Nieselregen. Im Wechsel. Sehr unschöne Kombination. Passend aber zu unserer Stimmung. Auch sehr wechselhaft. In Berlin war nicht alles mies. Aber eben auch nicht alles gut. Eine tolle Offensivquote auf der einen, 21 Ballverluste auf der anderen Seite. Die Fehler wurden nochmals analysiert. Zweimal Video stand am gestrigen Tag auf dem Programm. Dazu Behandlungen, denn die Spiele hinterlassen natürlich auch ihre Spuren. Für den Zuschauer mal mehr, mal weniger zu erkennen. Dafür haben wir, wie im letzten Blog beschrieben, unsere Physios dabei. Und die machen eine tolle Arbeit. Denn schließlich sind bis auf Ricky Hickman, der sich noch im Aufbautraining befindet, mittlerweile alle Spieler fit. Way to go also. Aber apropos tolle Arbeit. Hier die heutigen Ergüsse von Dominik Günthner.

 

„Halli, Hallo, Hallöchen ihr Lieben,

heute Abend geht es also gegen Nymburk. Und wie soll es nicht anders sein, spielen die Nymburker in Prag. Die haben da ein ähnliches ‚Problem‘ wie wir mit Nürnberg, die wollen auch hier in Prag an ein paar Sponsoren extra kommen. Aber zurück zu Prag. Die ‚Goldene Stadt‘ zeigt heute ein geschlossenes, von Gotik und Barock geprägtes Stadtbild, malerisch gelegen an der Moldau, rund 40 km bevor eben diese in die Elbe mündet. Die Moldau (tschechisch Vltava, historisch Wulda – aus dem germanischen Wilth-ahwa, was soviel wie „wildes, reißendes Wasser“ heißt), auch als ‚Böhmisches Meer‘ bezeichnet, hat ihren Ursprung dort, wo kalte Moldau und warme Moldau zusammenfließen, am Mrtvý luh, einem Durchströmungsmoor im Böhmerwald. Das besondere an einem Durchströmungsmoor ist, dass der Torfkörper von einem merklichen Grundwasserstrom infiltriert wird, dieses Grundwasser aber im Moorkörper verbleibt und nicht als Quelle zutage tritt. Aber weiter im Text und nicht von den vielen, vielen verschiedenen Arten von Mooren ablenken lassen. Kann ich nur empfehlen, sich da mal einzulesen! Der Böhmerwald ist eine circa 120 km lange Bergkette, an der deutsch-tschechisch-österreichischen Grenze, dessen höchster Berg der Große Arber mit stattlichen 1456 m Höhe ist.


Aber zurück nach Prag. Eben dieses Prag ist, wie soll es auch sein, die Partnerstadt von Nürnberg. Man munkelt bereits in so manchem Forum im Internet, dass das Heimspiel gegen Nymburk in Nürnberg ausgetragen wird, um sich zu revanchieren. Aber keine Sorge, soweit ich weiß ist da natürlich nichts dran. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!

Zurück zu dir ins Studio, Thorsten.“

 

Danke, Dominik!

 

Prag also. Der auserwählte Heimspielort von CEZ Nymburk. Die Stadt liegt etwas mehr als 50 Kilometer entfernt, ist also sozusagen das Nürnberg Prags. Oder andersrum. Wie auch immer. Gespielt wird in der Královka Sports Hall, einer kleinen Arena mit einem Fassungsvermögen von 2.500 Zuschauern. Gelegen mitten in einem Wohngebiet und von außen nicht wirklich als Sporthalle zu erahnen. Auffällig im Inneren: alle Sitzplätze haben verschiedene Farben. Warum? Damit es im Fernsehen so aussieht, als ob dort Menschen sitzen würden. Achtet mal darauf. Das gleiche Phänomen gibt’s zum Beispiel in Moskau. Auch dort viele bunte Sitzplätze.

 

Wir sind direkt aus Berlin angereist, hatten also den Montag einigermaßen zur freien Verfügung. Da traf es sich gut, dass unser Hotel nur knapp 15 Gehminuten von der Altstadt und der Karlsbrücke entfern war. So machte sich nach dem Mittagessen eine Gruppe alter Männer bestehend aus Coaches, Physios, Teammanagern und Medientyp auf den Weg in die City, um auch ein bisschen Kultur mitzunehmen. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: gearbeitet wurde auch. Im sportlichen Bereich bereits angesprochen zwei Videosessions, dazu eine Trainingseinheit am Abend. Da hat übrigens Nikos Zisis den Dreier-Shootout gegen alle anderen für sich entschieden und 20 Euro vom Trainer kassiert. Der Medientyp hat einen Podcast produziert. Dazu am Ende mehr…

 

Die letzten Tage waren geprägt von Interviews. Im Fokus momentan und eigentlich immer: Tyrese Rice und Augustine Rubit. Letzterer wird unter anderem ausführlich in der kommenden Ausgabe der „BIG“ zu Wort kommen. Für Tyrese gibt es wöchentlich – ungelogen – eine zweistellige Anzahl an Interviewanfragen. Aus Deutschland, Europa, den USA. Da ist es an mir, zu sortieren. Dabei ist es übrigens mitnichten so, dass kleinere Magazine oder Zeitungen immer eine Absage bekommen. Im Gegenteil. Wenn ich merke, dass ein Redakteur ein Interview unbedingt will und vorbereitet ist, dann ist die Chance sogar viel größer, dass wir dabei sind, als wenn es „nur“ um Allerweltsfragen geht… Ein paar Beispiele gefällig? Die Kollegen der Berliner Morgenpost haben sich Mühe gegeben (https://www.morgenpost.de/sport/alba/article215819583/Tyrese-Rice-Nicht-ohne-seinen-Sohn.html), ebenso wie die Redakteure von spox (http://www.spox.com/de/sport/mehrsport/basketball/champions-league/1810/Artikel/tyrese-rice-im-interview-ich-habe-die-erwartungen-mehr-als-erfuellt.html). In der aktuellen Ausgabe der „FIVE“ hat Manuel Baraniak ebenfalls ein ausführliches, nicht alltägliches Interview geführt. Daher auch hierfür Daumen hoch und Leseempfehlung für euch.

 

In der nächsten „FIVE“-Ausgabe wird es dann übrigens ein ausführliches Interview mit Ainars Bagatskis geben. Apropos. Viele, nein, einige haben sich aufgeregt, dass er und Marcelo Nicola nach dem Spiel nicht die „Abklatschrunde“ mitlaufen würden. Das würde sich gehören und Respekt gegenüber den Fans demonstrieren. Gut, das ist eine Sicht der Dinge. Die andere ist, und das war der Grund weswegen beide bislang nicht mitgelaufen sind, das Spiel gehört den Spielern. Die sollen sich anschließend feiern lassen, denn sie haben es verdient. Nicht die Coaches. Übrigens, in den wenigsten Hallen laufen die Trainer nach der Partie mit. Fragt mal zum Beispiel in Berlin nach. Aber gut, wir sind nicht Berlin. Wir sind Bamberg. Und das ist auch gut so. Und wir versuchen den Puls der Fans zu erfühlen und die Wünsche umzusetzen. Daher werden Ainars und Marcelo, wie schon gegen Gießen, ab sofort immer mitlaufen. Und es gibt den gewünschten Podcast mit unserem Sportdirektor Ginas Rutkauskas: zum Nachhören (https://soundcloud.com/user-615584171-444970693/brose-bamberg-podcast-5-fans-fragen-brose-bamberg-antwortet) und Nachlesen (https://www.brosebamberg.de/saison/news/nachricht/artikel/mein-ganzes-leben-dreht-sich-um-basketball/).

 

So viel von hier und jetzt. Wie immer gilt: Anregungen, Kritik und was immer ihr sonst noch wissen oder loswerden wollt, gerne jederzeit an thorsten.vogt@brosebamberg.de. Den nächsten Blog gibt’s am 12. Dezember aus Fuenlabrada.

 

Bis dahin, bleibt sportlich.

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